DERMOBILIST eMobility
Verbrenner-Fahrer zahlen 20 Prozent drauf, Wasserstoff im Auto ist tot, und dein E-Auto könnte Geld verdienen, während es parkt. Klingt steil? Genau darum prüfen wir es.
DERMOBILIST ist der wöchentliche Podcast für alle, die bei der E-Mobilität mitreden wollen, ohne Prediger-Sound und ohne Stammtisch-Mythen. Volker Fröse holt jede Woche Menschen ans Mikrofon, die es wissen müssen: Flottenmanager, Ingenieurinnen, Ladeinfrastruktur-Profis, Umsteiger und Skeptiker. Sachlich in der Sache, locker im Ton.
Neu hier? Starte mit «Machen wir die E-Mobilität kaputt?», «Golf schlägt Model S?» oder «Warum Wasserstoff im Auto einfach keinen Sinn macht».
Jeden Donnerstag neu. Mythen, News, Perspektiven.
DERMOBILIST eMobility
Raus aus der Ideologie, rein in die Technik (#022)
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Zwei Länder, eine Marke, ein Anspruch: überall dasselbe Ladeerlebnis. Volker spricht mit Linda Boll (Fastned Deutschland) und Christine Zingg-Graf (Fastned Schweiz) über die feinen, aber entscheidenden Unterschiede beim Schnellladen zwischen Schweiz und Deutschland. Warum ist Marktzugang so zäh? Wieso wird eine Ladestation wie eine Tankstelle behandelt? Und lohnt sich die Steckdose an der Laterne überhaupt? Ein ehrliches Gespräch über Platz, Preise und Wettbewerb.
Das nimmst du mit:
- Warum derselbe Anbieter in zwei Ländern völlig anders bauen muss
- Weshalb eine Ladesäule oft als Tankstelle eingeordnet wird, obwohl nichts brennt
- Wieso die langsame Steckdose an der Laterne sich für niemanden rechnet
- Was eine Schnellladestation wirklich kostet und wer das bezahlt
- Warum fairer Wettbewerb am Ende deinen Ladepreis senkt
Kapitel: 00:00 Begrüssung und Vorstellung 02:33 Wo sich Schweiz und Deutschland unterscheiden 04:41 Ladesäule oder Tankstelle? Der Bewilligungs-Krimi 14:58 Technik statt Ideologie 19:48 Zur Miete und trotzdem elektrisch laden 25:10 Laterne gegen Schnellladehub: die Rechnung 33:31 Schnellere Autos, neues Geschäftsmodell, der Kiosk 41:02 Regulierung, AFIR und Preistransparenz 47:33 Der Vorwurf: Schnellladen ist zu teuer 50:07 Was die Schweiz von Deutschland lernen kann
Über die Gäste: Linda Boll leitet als Country Director das deutsche Geschäft von Fastned in Köln. Christine Zingg-Graf, CFA, führt als Country Director Fastned in der Schweiz, davor war sie im Bahn-Infrastrukturumfeld tätig. Fastned ist ein unabhängiger Schnelllade-Anbieter aus den Niederlanden, erkennbar am gelben Vordach.
Links und Ressourcen: Fastned Schweiz: https://www.fastnedcharging.com/hq/de/fastned-schweiz Fastned Deutschland: https://fastned.de Linda Boll: https://www.linkedin.com/in/linda-boll-b2b29450 Christine Zingg-Graf: https://www.linkedin.com/in/christineirenegraf AFIR (EU): Alternative Fuels Infrastructure Regulation
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Herzlich willkommen bei der Mobilist, dem Podcast für E-Mobility und Themen rund um die Mobilität von morgen. Mein Name ist Volker und ich begleite dich durch diese Folge. Lass uns loslegen. Wenn man in einer Firma in mehreren Ländern aktiv ist, dann gibt es gewisse Herausforderungen. Einerseits, weil die Kundinnen und Kunden eigentlich genau dasselbe Ladeerlebnis möchten, egal in welchem Land sie gerade unterwegs sind, da steht dasselbe Logo, da steht dieselbe Firma dahinter, da erwarte ich das gleiche. Und trotzdem gibt es Unterschiede. Und über die Unterschiede zwischen Schweiz und Deutschland, insbesondere, möchte ich mich heute unterhalten mit der Linda und Christine, beide bei Fastnet. Und ich gebe euch nachher gleich das Wort, dass ihr euch schnell vorstellen könnt. And we have so ein paar Themen. Wo haben wir Unterschiede? Wo haben wir Gemeinsamkeiten? Was ist speziell an Deutschland? Was ist speziell an der Schweiz und welche Herausforderungen ergeben sich daraus? Herzlich willkommen, ihr beiden. Linda, möchtest du loslegen?
SPEAKER_01Ja, herzlichen Dank, dass wir da sein dürfen, lieber Volker. Genau, ich stelle mich einfach kurz vor. Mein Name ist Linda Boll, ich leite das Deutsche Büro von Fastnet. Wir sitzen hier im schönen Köln im Rheinland und ich bin mittlerweile seit über fünfeinhalb Jahren bei der Firma. Also ich habe schon sehr viel miterleben dürfen. Ich kenne den deutschen Markt sehr gut über die letzten fünf Jahre und habe auch hier und da ein bisschen was über die Schweiz kennenlernen dürfen in den vergangenen Jahren. Und ja, bin aber sehr froh, die Christine da jetzt an unserer Seite zu haben und freue mich auch heute selber ein bisschen mehr noch über die Schweiz zu lernen.
SPEAKER_02Danke vielmals, Christine.
SPEAKER_00Ja, dann sage ich etwas zu mir. Ich bin die Christine. Ich bin seit diesem Jahr Country Director für Fastnet in der Schweiz. Hatte schon vorher einen Infrastrukturbackground, auch elektrisch, aber auf der Schiene. Und ich freue mich deswegen extrem, dass ich jetzt wieder zurück auf die Straße komme, auch wenn es nach wie vor Infrastruktur und elektrisch ist. Ja, mit Linda habe ich viel zu tun, weil ich auch wirklich von ihr profitieren kann, von der Reife auch, die sie im Team hat. Wir sind in der Schweiz noch etwas kleiner, aber wir teilen uns doch die ein oder andere Funktion und Idee und vor allem auch Erfahrung.
SPEAKER_02Danke vielmals. Und lass uns doch da gerade einsteigen. Du bist jetzt noch nicht so lange bei Fastnet. Das ist ja auch gerade so der Moment. Ich glaube, lange genug, um so die ersten Erfahrungen zu haben. Was ist dir da so aufgefallen? Gerade im Austausch mit Deutschland, wo unterscheiden wir uns Schweiz-Deutschland?
SPEAKER_00Also wir unterscheiden uns schon auf verschiedenen Ebenen. Also wenn ich jetzt irgendwie ganz vorne beim Kunde anfange, ich glaube, da hat man als Schweizer, Schweizerin, da blickt man ja mit verschiedenen Augen auf den großen Nachbarn, ab und zu mit Freude, weil er da Geld ausgibt bei uns, wenn er in die Ferien geht, und ab und zu vielleicht auch ein bisschen mit Skepsis, weil er das Gefühl hat, er sei doch wahnsinnig ähnlich und wir finden dann doch, nein, so irgendwie doch nicht ganz. Aber von dem her gibt es halt doch Gemeinsamkeiten im Sinne von, wir wollen am Ende alle das Auto laden. In der Schweiz schaut man vielleicht ein bisschen weniger auf den Preis, dafür etwas mehr auf, was bietet mir die Ladestation. Passt das auf den Weg, wo ist sie angesiedelt, geht auch nochmal eher einen Kaffee trinken. Von dem her gibt es da sicher auch Gemeinsamkeiten. Auf der Infrastrukturseite, vor allem dann auch, wenn es wirklich ans Suchen von Locations geht, ans Bauen, etc. Da merken wir schon, in der Schweiz ist das Land knapp und teuer. Das ist nicht einfach. Da blicken wir dann teilweise eher etwas neidisch auf die größeren Flächen, wo man sich da noch ein bisschen festsetzen kann und auch Platz hat, um zu bauen. Und gerade was die Bewilligungsprozesse etc. anbelangt, da sind wir sehr, sehr föderalistisch. Wir haben einerseits drei Ebenen von Bund, Kantone, Gemeinden, aber dann auch in jeder Gemeinde noch die eine oder andere Einzelheit, sodass dann einfach so das Eins zu eins übernehmen doch nicht so ganz einfach geht. Das haben wir jetzt gerade auch beim Kiosk bemerkt, wo wir den deutschen Standard übernommen haben und jetzt doch noch etwas nachkorrigieren mussten.
SPEAKER_02Linda, was würdest du aus der Schweiz am liebsten gerade so importieren? Auf den deutschen Standards?
SPEAKER_01Ja, spannend. Die Schweiz hat natürlich einen ganz besonderen Status als Land mitten in Europa, aber dann nicht Teil der EU zu sein. Unser Markt wird ja auch stark durch EU-Vorgaben reguliert. Besonders für uns ist da die AFI relevant in Deutschland und Niederlanden und all den Ländern, in denen wir operieren, außer eben in der Schweiz oder in der UK, im Vereinigten Königreich. Und von daher könnte man ja denken, die Schweiz hat mehr Freiheiten. Es gibt weniger Regulierung, mehr Möglichkeiten. Aber das, was Christine gerade gesagt hat, da habe ich gerade gedacht, wir könnten auch anfangen, jetzt uns hier im Föderalismus zu überbieten, weil ich glaube, Föderalismus ist auch etwas, was wir in Deutschland sehr gut kennen. Und da haben wir doch sehr, sehr viele Gemeinsamkeiten. Die Herausforderungen sind dann doch auch sehr ähnlich. Bei uns ist es viel, also womit wir uns viel auseinandersetzen, ist überhaupt der Marktzugang, also der Zugang zu Flächen. Das ist was, was uns in Deutschland immer wieder doch auch überrascht, ist, wie fest manche Strukturen einfach auch eingefahren sind. Zum Beispiel, da ging es um den Zugang zu Flächen entlang der Autobahnen, aber auch der Zugang zu Flächen in Städten. In vielen deutschen Städten ist das für einen Player wie Fastnet. Wir sind ja ein unabhängiger CPO und ein Ladepunktbetreiber. Wir gehören nicht zu einem Stadtwerk. In Deutschland sind die Stadtwerke sehr, sehr präsent. Wir gehören nicht zu einem Autobauer, wir gehören nicht zu einem Energieversorger. Wir machen nur Schnellladen und das dafür halt ziemlich gut, finden wir. Aber für uns ist es dadurch in Deutschland wirklich echt schwierig, teilweise in den Markt reinzukommen, weil es dann doch wirklich viele beherrschende Strukturen gibt, die es gilt, dann aufzubrechen. Und da verwenden wir viel Zeit drauf und Energie, weil wir eben glauben, dass Wettbewerb das Beste ist, was einem Markt geschehen kann und fairer Wettbewerb. Dafür stehen wir ein. Und das ist wirklich was, was uns in Deutschland oft trappelt. Plus eben genau die Themen, die Christine gerade auch schon nannte, Genehmigungsverfahren, die überall anders aussehen, von Stadt zu Stadt unterschiedliche Ansprechpartner, unterschiedliche Herangehensweisen. Bei uns ist auch noch ein ganz großes Thema das Netz. Also wir brauchen ja einen Netzanschluss ans Mittelspannungsnetz. Und in Deutschland haben wir über 870 unterschiedliche Mittelspannungsnetzbetreiber, die dann auch gerne ihre eigenen Regeln für ihren besonderen Netzbereich uns vorgeben und sich daran anzupassen, das bedeutet einfach viel Arbeit unsererseits. Das kennen wir auch.
SPEAKER_02Da können wir mithalten, ne?
SPEAKER_00Mit unseren 600 auf unsere kleine Größe, ich glaube, da seid ihr noch besser dran als wir.
SPEAKER_02Ich werfe mal so eine provokante Frage in die Runde. Ich habe so manchmal das Gefühl, es ist heute immer noch leichter, eine Tankstelle zu bauen mit den ganzen Umweltrisiken, die da mitschwingen, wie eine Ladestation. Wo kein Öl, kein Benzin, nichts Brennbares, kein Lärm. Wie nehmt ihr das mal?
SPEAKER_01Also ich kann für Deutschland mal anfangen. Ich habe jetzt persönlich noch keine Tankstellen in Deutschland gebaut, aber es ist schon so, dass wir, wenn wir Anfragen stellen, Bauernfragen stellen, oft als Tankstelle eingeordnet werden. Und es ist einfach so, Tankstellen kennt man. Es gibt für Tankstellen bestimmte Herangehensweisen, es gibt Bestimmungen, es gibt Vorgaben, die es für Schnellladestationen, wie wir sie bauen, einfach noch nicht gibt. Und von daher ist es für viele einfacher, uns dann als Tankstelle einzuordnen, obwohl genau wie du sagst, wir verlieren, unsere Autos, die bei uns kommen, die verlieren kein Öl etc. pp. Also da ist wirklich die Frage, ist das wirklich eins zu eins anwendbar? Wir sagen natürlich nicht. Es gibt nämlich, was das nämlich oft bedeutet, ist es, dass es in Deutschland Bereiche gibt, da gibt es einen sogenannten Tankstellen-Ausschluss, wo ganz klar im Bebauungsplan festgelegt ist, hier kommen keine Tankstellen hin aufgrund der verschiedenen Aspekte. Und das wird dann auf uns angewandt und dann finden wir natürlich ein bisschen ungerecht, da wir halt sagen, ja, wir sind halt keine Tankstelle. Also ob es jetzt wirklich einfacher ist, das weiß ich nicht. Ich weiß auch nicht, ob es sich perspektivisch so lohnt. Das ist ja auch die Frage. Ich glaube, wir sehen hier und da noch eine neue Tankstelle, die gebaut wird, aber es werden ja eher weniger. Wir fangen sogar auch schon an, einzelne Tankstellen zu übernehmen und Soladestationen umzubauen. Aber ja, es ist einfach bekannter. So sehe ich das zumindest in Deutschland.
SPEAKER_00Ja, ich glaube, was ich noch, entschuldige, was ich aus der Schweiz noch ergänzen würde, gerade ja auch mit dem begrenzten Platz, oder? Die Tankstellen, die haben natürlich einen massiven zeitlichen Vorsprung. Also das heißt, einige Standorte, da fahren wir dran vorbei und denken, ach, dieser Standort ist ja toll, aber es steht eine Tankstelle drauf. Und so weit, dass wir jetzt wirklich en masse anfangen, die Tankstellen umzunutzen, so weit sind wir jetzt doch noch nicht so ganz. Und was sicher auch ein bisschen ein Thema ist, man schaut schon in der Schweiz immer noch so ein bisschen zu. Also es gibt zwar mittlerweile, man ist offener, die Skepsis ist nicht mehr so, ich sage jetzt mal, weniger blockend, sondern eher, ich sage jetzt mal, interessiert, aber es gibt da schon auch noch sehr viel Aufklärungsarbeit, die es zu tun gibt. Und ich glaube, ja, das ist halt wie, das Modell ist irgendwo zwar ähnlich, aber halt doch anders. Aber ja, ich glaube, der zeitliche Vorsprung, den halt einfach die Tankstellenbetreiber schon haben im Ausbau ihres Netzes, auf einer knappen Fläche ist einfach einfach.
SPEAKER_02Das kann ich gerade bestätigen. Ich war ja mal anfangs meiner Selbstständigkeit so einen kleinen Moment tätig für einen Schnellladeanbieter. Der kommt aus Holland, hat so ein gelbes Dach im Logo und war dort dann auf der Suche nach Ladestandorten. Und da hatte ich ein Beispiel. Das war mit deinem Vorgänger Christine mit dem Blumen.
SPEAKER_00Ja, ja, das hast du mir noch erzählt.
SPEAKER_02Genau, wo wir dann wirklich so das Problem hatten. Alles perfekt, alles fertig geplant und gemacht. Und am Schluss.
SPEAKER_00Bin ich das oder ist das Volker? Ich glaube, er ist es.
SPEAKER_02Jetzt hatten wir gerade einen technischen Aussetzer, glaube ich. Ja. Okay, ich fange nochmal an. Da hatten wir alles schon fertig geplant, alles war fix und fast unter Dach und Fach. Und dann kam der Besitzer, selbst Elektroautofahrer schon seit langem und hat gesagt, ja, er glaubt nicht wirklich dran, dass das Ganze funktioniert. Und dass man damit Geld verdienen kann. Und dann ist das Projekt gescheitert damit. Und ich glaube, das wird der Spiegel genau das, was du gesagt hast. Dass man lieber nochmal abwartet, dass es sich nicht sicher ist. Und dabei ist ja das Risiko relativ gering. Also, zumindest für die Landeigentümer, die geben einfach das Land mal.
SPEAKER_00Ja, das Risiko ist gering, aber das ist natürlich schon auch eine relativ lange Verpflichtung. Und da merken wir schon auch jetzt gerade, die Schweizer Landeigentümer sich dann wirklich festzulegen und sich dann eben auch für die Jahre zu binden. Das fällt dann doch einigen schwer. Und was wir jetzt gerade, und jetzt wieder eben ein kleines Land, wenig Platz, wir haben halt schon auch mittlerweile einige Fälle, die sind jetzt nicht immer so ganz Standard. Es hat einfach nicht mehr die großen Flächen. Das heißt, wir teilen sie dann oft halt noch mit einem Unternehmen zusammen. Dann gibt es verschiedene nicht vertragliche Themen, die es zu regeln gibt. Ab und zu scheitern wir auch an Einfahrt- und Ausfahrtmöglichkeiten, weil sich halt auch sich das Straßenbild dann teilweise verändert. Und es ist schon so am Ende, wenn eines dieser verschiedenen Puzzleteile, die es braucht, einfach nicht dazu passen will, dann ist es dann halt auch nicht möglich. Also dann sind wir entweder nicht bewilligungsfähig und dann kommt das dann aber auch teilweise vor, dann sind wir zwar bewilligungsfähig, aber dass wir dahin kommen, dann ist irgendwo die Investition so hoch, dass es sich dann im Vergleich zum Verkehrsaufkommen auch für uns nicht mehr lohnt. Also dass wir dann teilweise auch sagen müssen, also wenn wir das und das alles mit in Betracht ziehen müssen, dann wird es auch schwierig, einen profitablen und vor allem auch angenehmen Betrieb für den Kunden sicherzustellen. Das wird dann auch einfach schwierig.
SPEAKER_01Also bei uns, also ich glaube, die Erfahrung, die wir machen, ist, dass wir mehr und mehr merken, dass sich Landeigentümer bei uns melden. Also wir haben natürlich die Möglichkeit, dass man über unsere Website und Standortvorschläge machen kann. Und das ist ganz spannend zu sehen, das hat in den letzten Monaten massiv angezogen. Also ich glaube schon, dass auch die generelle Stimmung in dem Markt, so was Elektromobilität angeht, je mehr Leute auch die Erfahrung machen, das mal elektrisch gefahren zu sein, dass das schon eine Auswirkung hat. Und wir sehen schon, dass viele Leute sich überlegen, ich habe hier einen Standort, ja, wie baue ich denen auch oder wie verpachte ich denen denn zukunftssicher? Und das ist ja ein großer Aspekt bei uns. Also wir fangen ja gerade erst an. Der Markt fängt ja gerade erst an. Und wenn die Leute da vielleicht jetzt noch nicht dran glauben, dann sollten sie aber daran glauben, dass es in 10, 15 Jahren auf jeden Fall auch wieder ganz, ganz anders aussehen wird. Und da merken wir jetzt gerade wirklich, dass es stark anzieht, dass das Interesse steigt. Und deswegen sind wir alle, glaube ich, in diesem Markt auch sehr davon abhängig, dass die positive Grundstimmung auch da bleibt. Dass wir eigentlich, eigentlich wissen wir ja alle, dass der Weg in diese Richtung geht, dass die Zukunft elektrisch ist. Und nach und nach überzeugen wir dann auch die Landeigentümer und andere, dass es auch für sie dann lohnenswert ist.
SPEAKER_02Das ist gerade ein spannendes Thema angesprochen. Das ist so die Überzeugung der Leute. Und so wie ich es wahrnehme, hängt halt doch noch sehr viel davon ab. Glaube ich denn daran, dass das kommt, also die Elektromobilität wird sich durchsetzen wird? Oder ist sie so eine Modeerscheinung? Und da sehe ich jetzt zumindest aus meiner Schweizperspektive schon so relativ große Unterschiede in der Philosophie und in der ideologischen Betrachtung. Wie nehmt ihr das wahr?
SPEAKER_01Also für mich, ich glaube, der Weg nach vorne wird sein, die Ideologie rauszunehmen. Also, was wir zuallererst hier haben, ist eine Technologie. Es ist eine Technologie, die ganz klar auf ganz vielen verschiedenen Ebenen besser ist als die anderen Technologien, die wir als Alternative haben. Und ich glaube, das muss im Fokus stehen. Es macht Sinn, es ist günstiger, es ist ja klimaneutraler, aber es hat extrem viele Vorteile. Es ist leiser, es ist sauberer, es ist einfacher, es ist digitaler. Also ich könnte ewig weitermachen. Und die Ideologie muss rausgenommen werden. Das ist gerade in Deutschland die größte Herausforderung, würde ich sagen. Gerade in Deutschland, wir als Autoland, ist diese Debatte extrem emotional aufgeladen, extrem ideologisch geführt. Teilweise sehen Leute das wie ein politisches Statement an, wenn man ein Elektroauto fährt. Und da müssen wir ganz klar von wegkommen. Es ist eine Frage der Technologie, es ist eine finanzielle Frage, es macht einfach Sinn, die Autos werden immer günstiger. Vor allem für Leute, die in der Lage sind, ihren eigenen Solarstrom herzustellen, ist das mittlerweile ein absoluter No-Brainer. Und mir wäre es, also wir wollen gerne diese Debatte genau von diesem hohen ideologischen Level irgendwie runterholen und einfach viel, viel pragmatischer gestalten. Ja, weil Ideologie bringt keinen weiter. Und Ideologie wird auch nie zu irgendwelchen Kompromissen oder sowas führen.
SPEAKER_02Was hast du so für einen Eindruck in der Schweiz?
SPEAKER_00Also ich würde schon bestätigen, dass wir in der Schweiz etwas weniger ideologisch sind. Das liegt vielleicht auch daran, dass wir jetzt in der Automobilindustrie noch kein großer Brand sind. Wir haben Zulieferer, ja, definitiv. Die sind aber teilweise auch für beide Technologien einsetzbar. Ich glaube, was in der Schweiz extrem wichtig ist, ist, es muss praktikabel und auch irgendwo bequem sein. Und das, was ich häufiger höre als jemand, der elektrisch fährt, der geht es um das Klima oder wie auch immer, ist vielmehr elektrisch fahren so toll, aber in meinem Tagesablauf, in dem, wo ich das Auto brauche, ist das jetzt einfach nicht machbar. Und das sehe ich im Moment als noch größere Hürde an. Also wirklich die Möglichkeit, die Mobilität auch so zu denken, was ist denn anders? Und wie mache ich das? Wie kann man diese Technologie in den Tag einbeziehen? Und das ist genauso möglich. Es ist einfach anders. Ich fahre seit bald sechs Jahren elektrisch. Ich finde es nicht schlimm, dass ich keine Tankstelle mehr von innen sehe. Das ist jetzt nicht so der Ort, wo ich am liebsten hingegangen bin. Aber es ist natürlich einfach anders. Man macht andere Stops. Beim Stop macht man halt auch mal ein paar E-Mails. In den Ferien haben mein Mann und ich schon Schnickschnack Schnuck gemacht, damit wir mal 20 Minuten in Ruhe Zeitung lesen können und die Kinder haben wir zu Hause gelassen. Also ich glaube, es sind einfach andere Möglichkeiten, wie man eben auch das E-Auto einbezieht. Und ich glaube, was da schon auch wichtig sind, sind die Meinungsmacher, seien es politische Themen, was dann eben aufkommt. In der Schweiz ist das Recht auf Laden oder eben auch das Laden zu Hause sehr stark vertreten. Und ich glaube, da ist schon auch ein Thema, den Leuten ein Bild zu geben, ja, Ehemobilität ist auch möglich, wenn ich nicht zu Hause laden kann, weil ich tanke ja auch nicht zu Hause. Also, das heißt, so solche Themen, dass man da eben auch Meinungsführer hat, die ja jetzt auch diese Integration in den Tag vielleicht auch etwas offener denken. Also Recht auf Laden bin ich voll dafür, aber ob es jetzt immer zu Hause sein muss, ist dann die andere Frage.
SPEAKER_02Da kommen wir gleich noch drauf. Das ist nämlich eine recht spannende Überlegung, die gerade beim Thema Mietende dann natürlich aufpoppt und auch immer wieder heiß diskutiert wird. Und ich glaube eben gerade auch in der Schweiz. Ich muss eine ganz kurze Anekdote noch loswerden, weil du gesagt hast, es passt nicht in meinen Tagesablauf. Da hatte ich nämlich einen Kommentar auf einen Instagram-Beitrag, wo jemand gesagt hat, ich lasse mir doch vom Auto nicht mein Verhalten diktieren. Ich gehe, ja, wo tankst du denn? Also, du musst ja auch irgendwann mal an die Tankstelle fahren und wahrscheinlich noch mit so einem V8 wahrscheinlich noch öfters wie ich an die Ladestation. Und dann lässt man sich ja genauso diktieren, dass man dann da steht und in den Dämpfen drin steht und diesen Rüssel da reinhalten muss. Also ist es, glaube ich, mehr, ich lasse mir nicht einen neuen Ablauf diktieren durch das Elektroauto. Und nicht. Ja, das Auto diktiert ja trotzdem relativ viel. Vor allem die Serviceintervalle, die ja dann nachher noch kommen, die diktieren ja auch dann ziemlich meinen Tagesablauf, den ich beim Elektroauto so nicht habe. Das ist dann wieder so schön der Vorteil. Aber lass uns mal auf das Mieterthema kommen. Das ist nämlich in der Schweiz haben wir knapp 60 Prozent der Wohnbevölkerung wohnt zur Miete. Und ich glaube, ich weiß nicht, Linda, ob du die Zahlen für Deutschland hast. Sie ist jetzt gerade so am Googeln.
SPEAKER_00Ja, also die Schweiz ist der Spitzenreiter in Mieten.
SPEAKER_02Ja. Das Land der Mieter heißt es ja auch. Das Volk der Mieter.
SPEAKER_01Ich glaube, Deutschland aber auch. Ich glaube, wir sind da uns gar nicht so unähnlich.
SPEAKER_02Ja, und das Thema wird aber immer wieder angeführt. Ich würde ja gerne elektrisch fahren, aber ich kann nicht, weil ich wohne zur Miete und ich kriege keine Ladestation. Und da habe ich mich ja schon mit verschiedenen Gästen schon unterhalten darüber, wie kriegt man denn den Vermieter dazu, eine Ladestation zu bauen? Was muss ich tun? Gibt es ein Recht darauf oder auch nicht? And with euch würde ich eigentlich gerne über die Alternative dazu reden. And that kommt mir eigentlich auch relativ komfortabel vor, weil ich hatte die ersten drei Monate mit Elektroauto noch keine Ladestation. Das Auto kam schneller als die Ladestation und dann musste ich irgendwie das bewerkstelligen. Und das ging erstaunlich gut. Und was ist da euer Ansatz in der Richtung?
SPEAKER_01Ja, also Dito haben genau die gleiche Erfahrung auch gemacht, jahrelang mit einem Elektroauto zu Miete gewohnt ohne eigene Wallbox und es hat sehr, sehr gut funktioniert. Also ich glaube, was das Laden auch wiederum vom Tanken unterscheidet und was das für mich auch sehr attraktiv macht, ist, dass das sich für jeden und jede sehr unterschiedlich darstellen wird. Vielleicht kann man nicht zu Hause laden, aber dafür kann man vielleicht beim Arbeitgeber laden. Manche werden beim Supermarkt laden, andere wiederum machen, so wie Christine, und sagen, super, endlich mal 20 Minuten Ladestopp an der Schnellladestation und ich muss nichts machen. Ich habe keinen Einkaufszwang. Ich kann einfach unabhängig laden. Und wenn man auch mal überlegt, wir müssen ja auch skalieren. Wir brauchen ja auch ein skalierfähiges Ladesystem, skalierbares Ladesystem. Und ja, wir plädieren da sehr stark auch für sogenannte Ladehubs auch in den Innenstädten. Also da, wo früher die Tankstellen standen, die an den Ein- und Ausfallstraßen zu den Städten stehen, wie gesagt, lasst uns die doch umbauen in Ladestationen, weil so muss sich auch der, ja, der, wie du gerade schon sagtest, die Struktur der, was man so kennt, auch gar nicht so ändern. Und die Fläche ist da, die ist etabliert. Und vor allem ist uns wichtig, auch, wie gesagt, ein unabhängiges Ladeerlebnis anzubieten. Dass man dann zu jeder Zeit 24 Stunden am Tag dahin fahren kann. Man ist nicht an die Öffnungszeiten vom Supermarkt gebunden. Man hat nicht das Gefühl, ich muss in den Baumarkt. Dass es das alles gibt, ist wunderbar. Also wir haben diese verschiedenen Angebote und das macht das Laden auch so divers. Und ich glaube, wir werden an einem Punkt kommen, wo wir wirklich gar nicht in jeder Tiefgarage, in jeder Mietergarage Ladepunkte benötigen. Je mehr, desto besser, natürlich. Aber auch in Deutschland zum Beispiel, es gibt quasi dieses Recht auf Laden in Mehrfamilienhäusern. Aber die Umsetzung ist ja auch gar nicht so einfach. Also in dem Haus, in dem ich gewohnt habe, war zum Beispiel der Netzanschluss voll. Also da war gar nicht die Möglichkeit, noch eine Ballbox geschweige, denn mehrere da dran zu hängen. Das bedeutet ein Rieseninvestment in die Ertüchtigung des Netzanschlusses, der dann erweitert werden müsste, wo eine Eigentümergemeinschaft vielleicht auch gar kein Geld für hat. Also selbst wenn es das Recht gibt, also es ist grundsätzlich relativ einfach, das in Deutschland durchzusetzen, ist die Umsetzung nochmal eine ganz andere Frage und eine sehr kostspielige Frage auch. Von daher, ja, also für Deutschland kann ich sagen, wir sind stark dafür, eben auch in den Städten, jetzt nicht direkt am Rathaus, aber da, wo man es halt wirklich dann auch braucht, wo es Sinn macht, auch in Schnellladehubs, Schnellladeparks zu investieren.
SPEAKER_02Das ist so in der Schweiz ein rotes Tuch, oder? Also in den Städten, dann stellen sich schon die Nackenhaare auf bei einigen.
SPEAKER_00Das ist so, wobei, oder da muss man sich schon die Frage stellen, ist denn die Alternative wirklich schöner? Also, oder jetzt in den Städten oder in der Schweiz ist es so, dass sehr viele der Ladepunkte, die es gibt, das sind AC-Ladestationen. Das heißt, die laden mit bis zu 22 kW, teilweise auch weniger. Genau, genau. Mit den neuen Autos, da ist ja doch einiges an Fortschritt auch möglich. Aber jetzt angenommen, wir laden jetzt vor allem da am Straßenrand oder eben mit langsamen Lademöglichkeiten draußen, dann stehen die Autos dann aber auch einfach da, oder? Und wenn ich jetzt da auch wieder auf das Thema komme, wie viel Platz zur Verfügung ist, ist das Platzproblem nicht die Steckdose an der Laterne oder in der Trott war, sondern das Auto von 1,60 x 4 Meter that Stunden lang dort steht. Schade ist ja, dass gerade in der neuen Technologie in den Autos größere Batterie, deswegen mehr Reichweite und eigentlich schnelle Ladekapazität, die bringt mir aber nichts, wenn ich nicht mehr ziehen kann als die 22. Das heisst, mein Auto lädt dann nicht mehr 8 Stunden, sondern 16 Stunden, bis ich quasi wieder voll bin. Und die stehen dann einfach rum. Und ob das jetzt schöner ist als ein Schnellladehub, wo ich halt einfach in 200 Quadratmetern halt wirklich innerhalb von 15 bis 25 Minuten Autos laden kann nacheinander, ja, ich bin jetzt nicht sicher, ob das nicht die bessere Alternative ist.
SPEAKER_02Es kommt ein anderer Aspekt dazu, glaube ich. Da könnt ihr vielleicht mehr dazu sagen. Wenn ich zu Hause lade, dann habe ich hier über 50% Ladung, mache meine Autos nur noch, wenn Strom vom Dach kommt. Das heißt, 50% möchte ich gerne drin haben, alles, was drüber geht, gibt es nur aus Solarstrom. Da ist mir völlig egal, wie langsam die laden dann nachher, weil die stehen ja bei mir in der Garage auf dem Hof stehen. Das ist meins. Jetzt habe ich in den Städten aber dann Autos, also gerade wenn ich die über Nachts abstelle, die laden da vielleicht auch langsam und am nächsten Morgen sind die voll. Das bedeutet aber, als Ladestationsanbieter habe ich eine Ladung pro Nacht. Einen Kunden pro Nacht. Und ich meine, was ziehen die? Selbst, ich meine, langsam Ladung kann ich nicht so viel verlangen. Rechnen wir mal mit 50 Rappen oder 50 Cent und sagen, 40 Kilowattstunden werden da gezogen über Nacht. Vielleicht auch 60, nehmen wir 60. Dann habe ich pro Nacht 30 Franken verdient. Oder Euro. Das rechnet sich doch nicht. Ich muss ja die Ladestation aufbauen, den Strom hinführen. Ich muss sie warten, ich muss parat sein, wenn irgendwas schief geht. Ich muss reagieren können. Eventuell ein Kabel ersetzen, wenn Kabel dran is. Vielleicht muss ein Display ersetzen, ein Update machen. Whatever, this kann ich mit 30 Franken pro Nacht doch nicht zahlen.
SPEAKER_01Nee. Nee, ich glaube, du sprichst da auch einen ganz wichtigen Punkt an. And was du gerade alles schon erwähnt hast, viele Leute sehen ja gar nicht, wie viel Arbeit eigentlich dahinter steckt. Einmal natürlich sowas, so eine Ladestation, also sagen wir mal, Ladestation bei uns bedeutet halt das, was man von Fastnet kennt, Lade Hub, Ladepark, wie auch immer man das nennen möchte. Erstmal in den Bau und da fließt ja massiv viel Capex rein, also viel Investitionen. Also unter einer Million kommen wir da selten weg, Euro. Aber die ganze Wartung, wie du gerade gesagt hast, die Abrechnungen im Hintergrund, die Reparaturen, wenn wieder Kabel geklaut werden. Also die Leute, die täglich unterwegs sind und diese Stationen warten, um zu schauen, dass alles sicher ist, alles sauber ist, die Mülleimer, die gelehrt werden wollen. Also es gehört sehr, sehr viel Operatives dazu, was auch sehr viel Geld kostet. Und natürlich überlegt man sich dann als Ladepunktbetreiber, wie hole ich dieses Geld wieder rein. Wir müssen dieses gesamte Investment mit jedem Ladevorgang nach und nach wieder reinholen. Deswegen, also wir können ja auch nur für Fassnet sprechen, deswegen war für uns langsames Laden am Straßenrand auch nie eine Option. Wir haben keine großen Geldgeber im Hintergrund, wir haben keine großen Firmen, die uns quersubventionieren können. Wir sind davon abhängig, dass jeder Ladevorgang funktioniert, dass die Leute gerne wiederkommen, dass sie ein gutes Erlebnis haben. Und in der Tat, also die 30 Euro wollen wir gerne mehrfach am Tag verdienen oder 30 Rappen und nicht nur einmal über die Nacht. Und genauso sind ja auch die Ladehubs designt. Es geht ja auch gar nicht darum, dass man da die ganze Nacht bleibt, sondern dass man weiterfährt. Ja, man soll in den 30 Minuten, die man sich da aufhält, eine gute Zeit haben, aber danach soll es eben auch weitergehen, damit der Nächste an die Ladestation kommen kann. Und ja, jeder, der da ein Business draus macht und das ernsthaft betreibt, der muss sich genau diese Fragen stellen. Wie schaffe ich das denn, dass eine gewisse Auslastung da ist, dass eine Frequenz da ist. Deswegen legen wir auch so viel Wert auf die Standortauswahl. Wir bauen nicht auf jeden Parkplatz oder so. Es geht wirklich darum, wie fügt sich dieses Ladeangebot auch in den Alltag der Menschen ein, sodass sie gerne wiederkommen. Und da fließt sehr, sehr, sehr viel Gedankengut rein und sehr viel Expertise, die wir in den letzten 14 Jahren mittlerweile aufgebaut haben. Und ja, für uns war langsames Laden am Straßenrand von vornherein keine Option einfach.
SPEAKER_02Ich glaube, das ist auch ein Thema, wo hauptsächlich Stromanbieter machen. So in den Städten, also sehe ich meistens. Wenn, dann sind es meistens Stromanbieter, zumindest in Basel ist das so. Und da müssen wir halt auch realistisch sein. Ich meine, die sind öffentlich finanziert. Also das zahlen wir alle am Schluss. Und irgendwo muss es ja bezahlt werden, wenn es gebaut wird. Und ob das dann so fair ist, ist die andere Frage.
SPEAKER_00Ja, ich denke, das ist auch etwas, was uns wichtig ist oder wofür wir uns jetzt auch einsetzen, oder? Dass man eine Nutzer- oder eine bedarfsgerechte Möglichkeit hat zu laden. Es hat nicht jeder die Möglichkeit oder auch die Zeit, nur langsam zu laden, weil vielleicht das Auto gebraucht wird. Das sollte vielleicht auch eben in der eigenen Garage sein. Man hat vielleicht Kinder, die will man dann nicht noch irgendwie fünf Minuten lang nach Hause zu buxieren, wenn man irgendwie sowieso schon müde ist nach dem Tag. Und man möchte vielleicht auch einfach mal während einem kurzen Termin oder einem kurzen Aufenthalt wirklich schnell laden können. Und ich glaube, das gibt es erst dann, wenn man Wettbewerb hat und wenn man eben auch Unternehmen hat, die auf diese verschiedenen Lademöglichkeiten im Sinne von Geschwindigkeiten auch irgendwo spezialisiert ist. Also weil es ist schon der Hintergrund von einem Schnelllader und einem Langsamlader ist nun auch einfach anders. Es ist ein anderes Geschäftsmodell dahinter, es sind andere Zahlen dahinter. Und nur schon deswegen setzen wir uns dafür ein, dass man in den Städten, beiden Gemeinden auch wirklich die Sensibilisierung hinkriegt, dass man eben, sei es erstens mal ausschreibt, weil das ist Wettbewerbsförderung, das gibt am Ende bessere Preise und auch ein nutzerfreundlicheres Angebot. Und dass man sich dann auch wirklich überlegt, wie schneidet man diese Ausschreibung. Also dass man da auch irgendwo die Möglichkeit gibt, dass es dann am Ende nicht nur auf das eigene Energieunternehmen im Nebengebäude zugeschnitten ist, sondern dass man da auch wirklich vom Markt her schaut, wo hat das, ich sage jetzt mal, die Spezialisten, in welcher Ladeart und man dann eben auch so die Ausschreibung macht. Also da unterstütze ich Linda auch voll. Also Wettbewerb ist das, was am Ende die beste Lösung bringt. Und das ist auch etwas, wo wir uns einsetzen dafür. Also einfach auch, dass man das als Branche wirklich sich überlegt, was man dann als Gemeinde, als Stadt seinen Mitbewohnern, seinen Einwohnern an Möglichkeiten an die Hand geben will.
SPEAKER_02Wenn wir jetzt da mal überlegen, ihr habt für jetzt beide, glaube ich, gesagt, wenn man dann so die halbe Stunde steht, 20 Minuten lädt. Wie ändert sich für euch das Geschäftsmodell jetzt mit den neueren Fahrzeugen, die ihr da sagen, ey, in 15 Minuten bin ich quasi von 0 auf 95? Das heißt, ich komme ja selten mit 0 an, also ich komme vielleicht mit 20 an und brauche 80. Das heißt, ich stehe gar nicht mehr 15 Minuten, sondern vielleicht 5 Minuten. Was ändert das für euch? Außer dass ihr mehr Kunden durchlassen könnt in derselben Zeit.
SPEAKER_01Also für uns ist das wunderbar.
SPEAKER_00Also ich glaube, es ist einerseits positiv, weil wir natürlich mehr Kunden empfangen können und gleichzeitig ist das natürlich auch von Signal her gegenüber den Kunden positiv, weil am Ende werden wir dann halt doch auch immer ähnlicher wie tanken, zumindest was die Zeit anbelangt. Also es braucht dann wirklich nicht mehr viel Umstellung. Die Zeit ist am Ende, wenn ich dann am Ende trotzdem im Kiosk bezahlen gehen muss, sind wir dann gleich weit oder nachhezu gleich weit.
SPEAKER_02Du hast jetzt gerade das Wort gebracht, wo ich hören wollte. Ihr überlegt ja euch ja auch, so wie andere Anbieter auch, das Ladeerlebnis, also ein bisschen schöner zu machen. Also sprich nicht nur im Auto sitzen, Laptop aufklappen auf dem Lenkrad, sondern vielleicht noch einen Kaffee holen, eine Art Coworking sogar zu haben, wo man dann im Trocknen stehen kann, sich vielleicht einmal unterhalten kann und sonst wie. Braucht es das dann überhaupt noch?
SPEAKER_01Ja, vielleicht kann ich da eine kleine Anekdote zu mit reinbringen. Wir haben heute noch ein ganz tolles Feedback von einer Kundin bekommen, die an einer unserer Stationen geladen hat und selber jetzt im Dienstwagen, also als Dienstwagen elektrisch fährt und da auch selber gesagt hat, sie war da gar nicht von begeistert, weil sie gar nicht wusste, wie soll es überhaupt klappen, bin ja eh schon so viel unterwegs und dann auch noch Laden immer zwischendrin und dann an einer Fastnet-Station mit Kiosk geladen hat und uns mit Lob überschüttet hat, weil sie gesagt hat, es gab einen leckeren Kaffee, ich konnte mich da hinsetzen, ich musste nicht mit dem Laptop auf meinem Fahrersitz sitzen bleiben. Es gab WLAN, es gab eine saubere Toilette. Wow, also jetzt verstehe ich, jetzt verstehe ich, wie das funktionieren kann. Und danke, dass ihr euch diese Gedanken macht. Also ja, wir brauchen einen Kiosk, allein um diesen Übergang auch hinzubekommen und Leute davon zu überzeugen, dass es möglich ist. Und dass man nicht als Elektroautofahrer und Fahrerin in die letzte Ecke im dunklen Parkplatz verschafft wird, sondern dass man im Mittelpunkt steht und dass man das bekommt, was man im Endeffekt wirklich braucht, um eine ordentliche Pause auch machen zu können. Also von daher, ja, wir bauen in Deutschland auch weiter Kiosks auf, wir bekommen super Feedback, wir lernen auch immer dazu. Wir merken auch, dass wenn wir einen Kiosk haben, sich auch die Auslastung der Station auf jeden Fall steigert, dass das die Attraktivität der Station steigert, auch zu vorher. Also von daher sind wir da schon die Zukunft drin. In anderen Ländern bauen wir ja sogar auch bemannte Shops oder beziehungsweise gesamte Raststätten, wo es gar keine Tankstelle mehr gibt, sondern nur noch Ladestationen plus einen Shop. Und es gibt ja auch Shop und Shop. Also ich kann für die schweizerischen Raststätten jetzt nicht so gut sprechen, aber das Angebot an den deutschen Raststätten ist auch manchmal ein bisschen eingestaubt, würde ich sagen. Und auch das wollen wir uns, also nehmen wir uns vor. Was wollen denn die Leute heutzutage wirklich in der Pause? Wollen die wirklich die Siedewurst, die seit drei Stunden in diesem Köcher liegt oder wollen die vielleicht doch ein bisschen gesünderen Snack? Also das sind alles Sachen, die wir derzeit ausprobieren und wo wir lernen. Und wie gesagt, in Frankreich und auch in Belgien gibt es jetzt wirklich schon Raststätten, die durch den Bund jeweils auch ausgeschrieben wurden und wo der Bund auch gesagt hat, das wollen wir, das wollen wir ausprobieren, die vollkommen elektrisch sind. Und da, ja, da würde ich mir zumindest für Deutschland auch ein bisschen mehr Innovationsgeist und gerne mal was ausprobieren auch wünschen.
SPEAKER_02Wie viele Dieselfahrer habt ihr da schon gehabt, die verzweifelt die Tankstelle gesucht haben?
SPEAKER_01Gar nichts, die kommen sehr gerne auch. Die dürfen natürlich auch kommen auf den Shop und die dürfen die Toiletten nutzen, die dürfen da einkaufen. Also natürlich, auch an allen unseren anderen Ladestationen und den Kiosks, da machen auch Leute Pause, die kein Elektroauto laden, klar.
SPEAKER_02Das ist, ich glaube, da sind wir in der Schweiz ein bisschen verwöhnt. Also das Angebot.
SPEAKER_00Mit dem Gastroangebot an Raststätten, ja. Das ist nur so schlecht, glaube ich. Das ist wirklich nicht so schlecht. Nein, das ist definitiv so. Also ich glaube, da, ja, es gibt auch da Raststätte und Raststätte, aber im Grundsatz sind wir da doch kulinarisch, würde ich sagen, besser unterwegs. Aber ich glaube, der Punkt, der gerade bei uns in der Schweiz wichtig ist, oder die Umstellung jetzt gerade auch auf die neuen und schnell ladenden Autos mit mehr Kapazität, das ist ja, das geht ja auch nicht von heute auf morgen. Und in der Schweiz haben wir jetzt noch nicht ganz oder knapp 6% elektrische Autos auf den Straßen und davon sind noch ein ganz kleiner Bruchteil wirklich von der neuen Generation. Also das heißt, wenn man sich das nur schon das anschaut, die Fahrzeuge werden auch länger gehalten. Also nur schon deswegen können wir ja nicht davon ausgehen, dass die Leute jetzt per Morgen oder quasi per, keine Ahnung, 2027 schon alle nur noch 15 Minuten an unsere Ladestation verbringen.
SPEAKER_02Ist das ein Thema für euch? Ich spreche aus eigener Erfahrung. Ich habe schnell geladen unterwegs und es ging mir eigentlich zu schnell. Also ich wäre froh gewesen, das Auto hätte ein bisschen langsamer geladen, weil dann hätte ich nämlich fertig essen können und hätte nicht aufstehen müssen zwischendurch und das Auto umstellen. Ist das ein Thema, das zu euch herangetragen wird? Also ich meine, BC kann ich ja nicht steuern, kann ja nicht sagen, mach langsamer.
SPEAKER_01Nee, also ja, was heißt, es wird uns reingeklagen. Wir beobachten das natürlich. Und deswegen überlegen wir uns natürlich auch, dass das Angebot, das man als Kundin und Kunde da auch vorfindet, dass das entsprechend auch passt zu der Ladezeit, die ideal ist. Wir rechnen ja mit sinkenden Ladezeiten, wir rechnen ja damit, dass, also im Moment sind es bei Deutschland, waren sie jetzt irgendwie 28 Minuten, aber wir sehen, jedes Jahr, jeden Monat wird das geringer, weil ja auch ein Lerneffekt dabei ist. Einmal, weil die Autos schneller laden und die Flotte insgesamt in der Lage ist, schneller zu laden, aber auch weil die Menschen merken, ich muss ja gar nicht bis 90 Prozent ja an der Schnellladestation stehen. Also da tut sich ja was im Markt. Und von daher, ja, wir bauen ja auch keine drei Sterne-, Drei-Gänge-Restaurants neben unsere Ladestation. Wir bauen einen Kiosk, wir bauen Convenience, also wo es dann auch schnell geht, wo man auf Toilette gehen kann und dann fährt man weiter. Also das ist ja auch in unserem Interesse, dass das eben genau zusammenpasst.
SPEAKER_02Sehr gut. Wir switchen so ein bisschen von der Raststätte weg. Und ich würde gerne ein Thema noch anschneiden. Und ich hoffe, es kommt nicht zu trocken. Regulierung. Das ist so schreckgespenst aller Infrastrukturbetreiber, glaube ich. Vor allem diejenigen, die es aufbauen müssen. Was bedeutet es heute, eine Schnellladestation zu bauen? Ich kann mir vorstellen, vor ein paar Jahren war es noch einfacher. Da gab es einfach keine Regeln ringsherum. Da hat man mal angefangen zu bauen und keine Regeln schon nicht, aber es hat sich ja vieles jetzt getan. Du hast vorhin ganz am Anfang mal, Linda, das A4 angesprochen. Ich muss ehrlich sagen, ich kenne den Begriff, ich weiß so grob, um was es geht, aber du kannst uns da wahrscheinlich ein bisschen mehr dazu sagen.
SPEAKER_01Also ja, für viele ist Regulierung so das Schreckgespenst, aber Regulierung ist ja dafür da, damit Sachen standardisiert werden. Und Regulierung, die im Sinne der Konsumenten, im Sinne eines freien Marktes, da haben wir gar nichts gegen. Also ich finde es zu einfach, immer so zu sagen, ach, wir hassen Regulierung und alles soll dereguliert werden. Nein, Regulierung kann auch sehr gut sein, vor allem, wenn sie eben dem Kundennutzen dient. Und um bei der A4 zu bleiben, das ist die Alternative Fuels Infrastructure Regulation auf EU-Ebene, die hat verschiedene Sachen gemacht. Die hat zum Beispiel Ausbauziele definiert. Jedes europäische Land soll im Abstand von x Kilometern Ladeinfrastruktur für Pkw, Ladeinfrastruktur für Lkw an den wichtigsten Strecken vorhalten zum Beispiel. Das ist super, weil es einfach zeigt, so ja, wir wollen das fördern. Hey, EU-Länder, ihr müsst euch darum kümmern, dass das möglich wird. Wie streng das dann im Endeffekt nachgeprüft wird und nachgehalten wird, das ist ja dann immer die andere Frage, aber es setzt auf jeden Fall das richtige Zeichen. Diese A4 spricht sich auch dafür aus, dass eben wettbewerbliche Verfahren durchgeführt werden soll. Das Land, dass der Wettbewerb eben gefördert werden soll, ganz generell. Und du sprachst jetzt Regulierung im Bau, aber es geht ja auch ganz viel darum, wie der Betrieb überhaupt abläuft. Und da wird jetzt auch nachgeschärft, die A4 wird jetzt auch wieder sich nochmal angeschaut, weil ganz viele sich jetzt gerade auch fragen, so, hey, was bekommt der Kunde denn am Ende oder was bekommt die Kunde denn am Ende gezeigt? Wie setzen sich Preise zusammen? Wie schaffen wir da mehr Transparenz? Und das ist zum Beispiel auch was, was wir als Fassnet sehr unterstützen. Zumindest in Deutschland ist ein großes Thema, ist der Preis. Und wir sagen halt, ja, wir müssen doch erstmal klar machen, wie setzt sich denn so ein Ladepreis im Endeffekt zusammen. Im Moment ist es so, dass die AFI zum Beispiel uns als Chargepoint Operator, als Ladepunktbetreiber, klar sagt, ihr müsst klar sagen, wie viel ihr für die Kilowattstunde nehmt. Machen wir. Machen wir super gerne. Unser Preis wird ganz klar dargestellt. Größeres Problem ist jedoch, dass viele Leute mit einer Ladekarte laden, mit einem MSP, mit einem EMP, mit einem Ladekartenanbau. Wo sie vielleicht eine Grundgebühr im Monat bezahlen und dann eventuell Rabatte bekommen. Wir können nicht steuern, was diese Ladekarte den Kunden abbucht, um bei uns zu laden. Und das sind Themen, die sich ja auch im Betrieb mit der Zeit erst ergeben. So ein Markt entwickelt sich und dann sagt vielleicht die EU, dann sagt vielleicht ein Bund, so, Moment mal, das hat die ja Auswüchse, da müssen wir vielleicht regulierend eingreifen. Also von daher, wie gesagt, Regulierung nicht immer schlecht, wenn sie mit dem richtigen Ziel gemacht ist, wenn es zu Standardisierung führt, wenn es zu einem besseren Kundenerlebnis führt, sind wir da große Fans von und ja, es muss nicht immer schlimm sein.
SPEAKER_02Du hast allerdings eben gesagt, ihr habt euren Preis, den ihr definiert. Und was dann hinten da herauskommt, wisst ihr nicht. Aber ihr wisst ganz genau, wie die Kunden reagieren, weil die rufen wahrscheinlich bei euch an, oder?
SPEAKER_01Genau, das ist nämlich das Ärgerliche. Und deswegen würden wir uns von einer neuen Regulierung eben auch wünschen, dass diese Transparenzanforderungen nicht nur an uns gestellt werden, sondern auch an andere Marktakteure, die da eine große Rolle spielen, wie sich so ein Preis zusammensetzt, der dann im Endeffekt bei den Kunden auch ankommt. So dass wir alle ein bisschen Übersicht haben und ein bisschen besseres Verständnis auch dafür haben, wie so ein Preis zustande kommt.
SPEAKER_02Wie haben wir das in der Schweiz geregelt, Christine? Ja, in der Schweiz haben wir nicht, aber.
SPEAKER_00Nein, wir haben kein AFIR, wir haben etwas, was sich Branchenstandard nennt. Heißt jetzt nicht, dass wir vogelfrei sind. Natürlich schauen wir auch, was im Ausland gemacht wird, was möglicherweise funktioniert. Der Branchenstandard, der richtet sich an gewissen Orten, nimmt er da auch Themen auf. Was aber der ganz große Unterschied ist, dieser Branchenstandard, der wurde von der Branche selber erarbeitet und der ist aber nicht bindet. Also es ist ein Mindeststandard und man sagt, hey, es wäre doch toll, dass ihr da alle nach diesem Mindeststandard oder eben diesem Branchenstandard funktioniert, dass wir da auch ein möglichst einheitliches Erlebnis sicherstellen können, also dass man auch irgendwo weiss, was auf einen zukommt als Kunde. Aber wenn es nicht bindend ist, das heißt, es kontrolliert es dann halt am Ende auch niemand. Und da sind wir sicher an gewissen Orten, lässt es gewisse Freiheit. Also gerade wir jetzt als Fastnet sind eher ein bisschen die Streber, wir überperformen ein bisschen and hoffen, dass die Kunden merken und dann auch häufiger bei uns vorbeischauen als vielleicht bei anderen. Aber am Ende ist es schon so, wir haben nach wie vor ein relativ breites Feld und sind sicher in dem Moment, da es eben nicht bindend ist, auch von der Umsetzung her auf der Zeitschiene eher langsamer unterwegs. Kann man sagen, die Schweiz ist ein kleines Land, ist alles nicht so schlimm. Ja, wäre trotzdem halt schön, wenn wir da etwas mehr Zug drauf hätten. Vor allem, weil es ja dann auch in anderen Branchen Vorgaben gibt, beispielsweise in der Automobilindustrie, gerade bei den Importeuren, was so CO2-Vorgaben sind etc., die fänden es natürlich auch toller, wenn da jetzt auch von Infrastrukturseite her das Feld so gemacht würde, dass eben mehr und schneller E-Autos verkauft werden.
SPEAKER_02Ein bisschen provokante Frage. Das ist ein Thema, das immer wieder aufpoppt. Ich hoffe, ihr haut mich jetzt nicht. Wo verschiedene auch Influencer, die so unterwegs sind, immer wieder sagen, hey, die Ladestationen sind einfach zu teuer. 59 Rappen pro Kilowattstunde ist einfach zu viel. Es geht nicht. Es gibt ganz tolle Beispiele, die nur 39 verlangen oder sogar noch weniger. Klammer auf, die sind meistens dann gesponsert oder von irgendeinem Anbieter, der halt sonst irgendwelche Interessen hinten dran hat. Wie geht ihr damit um? Also wo so Vorwürfe, ihr bereichert euch an den armen E-Mobilisten?
SPEAKER_01Ja, also ich glaube, viel geht einfach nur über Transparenz, wie gesagt, und Aufklärung. Daher erklären wir ja auch gerne und offen, wie viel Arbeit und Geld wir in den Aufbau solcher Infrastruktur stecken. Es ist halt einfach viel, viel mehr als nur eine Steckdose an Straßen ranzustellen. Christine hat es eben schon gesagt, wir erschließen komplett neue Grundstücke. Wir beschäftigen uns mit der Entwässerung, die werden gepflastert, da kommen Kioskinder, die werden überdacht. Das ist ja auch Infrastruktur, die die nächsten 30, 40, 50 Jahre überleben soll und wird. Und da haben wir einfach massive Investitionskosten, die wir mit jedem Ladevorgang nach und nach uns zurückholen wollen. Und wir wollen natürlich auch als Unternehmen überleben. Wir sind ja keine Samariter, wir machen das ja nicht als Daseinsvorsorge, wir machen das, weil da ein Business Case hinter ist und weil wir glauben, dass wir ein super Angebot an unsere Kunden machen können. Und von daher, ich finde, was jetzt hoch, was niedrig ist, ist super subjektiv, ist ganz hart zu beurteilen, was jetzt genau der richtige Preis ist. Was wir aber auf jeden Fall brauchen, und das ist ein Thema, was immer wieder aufkommt, ist halt einfach auch fairer Wettbewerb. Wenn wir uns dreimal so viel anstrengen müssen wie alle anderen im Markt, um Zugang zu einer Fläche zu bekommen, um eine Genehmigung zu erhalten, um einen Netzanschluss zu bekommen, dann, ja klar, schlägt sich das dann irgendwann auch im Preis nieder. Also bis wir wirklich komplett faire Marktbedingungen haben, wird das auch noch dauern. Aber langfristig werden die Preise sich nach unten orientieren, wenn der Wettbewerb da ist. Das ist einfach basic economics. Und da gehen wir ganz stark von aus und es wird auch dahin gehen.
SPEAKER_02Christine, wenn du eine Sache von deiner Kollegin übernehmen dürftest, wo du sagst, das einfach mal so jetzt in der Schweiz mit dem Zauberstab umsetzen. Was wäre das?
SPEAKER_00Das ist eine interessante Frage, vor allem wenn die als Schweizerin an eine Schweizerin gestellt wird im Land des Swiss-Finnish. Nein, also ich glaube, wo wir sicher ab und zu nach Deutschland blicken, ist gerade wenn man so schaut, wie weit die Städte dann doch teilweise auch schon sind mit den Ladepunkten. Also wir haben mal Zürich mit Hannover verglichen oder so, und da sieht man jetzt schon, da ist schon einiges mehr vorhanden, an Möglichkeiten umzuladen. Gerade wenn es dann eben auch geht um Mieter, möchte vielleicht auch dann eben auch da die Strukturen nicht zu stark belasten mit Garagenausbau etc. Ja, da haben wir jetzt schon das Gefühl, das läuft besser, sicher auch dahingehend, dass man halt dann da schon die Regulierungen mit etwas härterer Hand und vielleicht auch eher auf Gesamtebene Regulierungen inklusive Subventionen, das ergänzt sich jetzt etwas mit der größeren Kelle anwirft als bei uns. Also hier hat es doch gewisse Dinge, die kommen mit mehr Druck. Ich bin mir bewusst, dass das sicher auch irgendwo wieder ein Downside hat. Aber so etwas mehr Druck und ein klarer Muss in der Regulierung und ein klares Darf oder soll, wenn es dann eben auch um Fördermittel geht, das wäre sicher hilfreich. Um da eben auch die Transition zu beschleunigen.
SPEAKER_02Linda, du hattest Zeit, dich die Frage vorzuzukriegen.
SPEAKER_01Du hast es Adam gesehen in meinem Kopf. Also ich finde, jeder Markt hat so seine Besonderheiten. Ich glaube auch nicht, dass irgendein Markt einfach ist und ein anderer schwer ist. Was mir halt, also was ich persönlich mit der Schweiz verbinde, ist diese Vielsprachigkeit. Und ich weiß, dass das zu sehr viel Komplexität auch führt, aber gleichzeitig glaube ich, dass das ein Grund, ja, dass das so eine Art Grundverständnis auch schafft für Unterschiede und für unterschiedliche Bedürfnisse und für unterschiedliche Mentalitäten und Kulturen, was wir in Deutschland jetzt nicht so haben. Es ist ziemlich homogen. Klar, in Bayern ist man anders drauf als in Hamburg, aber diese Vielsprachigkeit, vielleicht seht ihr das alles als super nervig und einen Riesenmanko, aber ich finde das total spannend, weil ich finde, diese Nähe von unterschiedlichen Kulturen, unterschiedlichen Sprachen direkt in einem Land, das kann sehr, sehr bereichernd sein. Und ja, es gibt, glaube ich, so eine gewisse Offenheit. Und ich finde es auch, bei der Schweiz generell ist es ein besonderer Status einfach. Und wie du sagst, man hat die Vorteile, mitten in Europa zu sitzen, aber gleichzeitig ist man auch ziemlich unabhängig in dem, was man wirklich übernimmt, wo man sich was von der EU abguckt. Man ist nicht so gefangen, die man sich manchmal vielleicht in anderen Märkten fühlt. Also ich glaube, das ist auch ganz spannend.
SPEAKER_02Ich habe da, glaube ich, gerade bei der Christin gesehen, du darfst dann gern das Kundenzentrum dann mal übernehmen von ihr. Vier- oder Fünfsprache. Das ist so ein bisschen die Challenge natürlich. Mit mehreren Sprachen hast du dann auch das auch zum Abdecken. Nein, es ist super, dass ihr da wart heute und da ein bisschen Einblick gegeben habt in die Unterschiede der verschiedenen Ladestationen und eben eine Firma, aber trotzdem die unterschiedlichen Aspekte und Herausforderungen. Es hat mir unheimlich Spaß gemacht, mit euch darüber zu reden. Und ich würde jetzt da so einen kleinen Aufruf machen, das mache ich ja immer. Ich werde ja nicht gesponsert hier. Das möchte ich auch gleich nochmal dazu sagen. Aber wenn irgendjemand einen Standort hat und sagt, hey, ihr könnt mir da eine Ladestation drauf vorstellen, dann dürft ihr euch sehr gerne euch bei FastNet melden. Und das sage ich übrigens auch bei allen anderen Ladestationsanbietern, die bei mir im Podcast zu Gast sind. Trotzdem, meldet euch und das Ganze im Sinne des Ausbaus der Ladeinfrastruktur. Weil ich glaube, das ist der wichtige Punkt, dass es ausgebaut wird. Ihr hättet natürlich am liebsten ein gelbes Dach drüber. Ich hätte am liebsten einfach überall Ladestationen, die verfügbar sind, die sauber sind, wo ich was essen kann, wo ich mal kurz aufs WC gehen kann, mich sicher fühlen kann und idealweise nicht eine Tankstelle. Und wenn ihr sonst noch Feedback habt zum Podcast or to Themen, die euch mal interessieren, when ihr Fragen habt an Christine oder Linda, dann geht auf demobilist.show. Dort hat es ein Forum, da könnt ihr dann eure Fragen stellen. Ihr könnt mir direkt schreiben. Ihr könnt mir auch einen virtuellen Kaffee spendieren, wenn ihr das möchtet. Da gibt es auch Möglichkeiten. Und wenn ihr selber mal Gast werden wolltet, weil ihr sagt, ich habe da was zu erzählen und ich habe da ein Thema, das ich unbedingt loswerden will, dann schreibt mir ebenfalls auf dmobilist.show. Und wer es noch nicht gemacht hat, liebend gern fünf Sterne auf den verschiedensten Plattformen. Das würde mir auch unheimlich helfen. Das ist so nämlich der stille Lohn des Podcasters. Nochmal, ganz herzlichen Dank euch beiden, dass ihr da wart. Hat mich gefreut.
SPEAKER_01Danke schon. Danke für die Einladung.
SPEAKER_02Sehr gerne. Dann wünsche ich euch allen eine gute Woche and wir hören uns nächsten Donnerstag wieder. Tschüss zusammen.
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