DERMOBILIST eMobility
Verbrenner-Fahrer zahlen 20 Prozent drauf, Wasserstoff im Auto ist tot, und dein E-Auto könnte Geld verdienen, während es parkt. Klingt steil? Genau darum prüfen wir es.
DERMOBILIST ist der wöchentliche Podcast für alle, die bei der E-Mobilität mitreden wollen, ohne Prediger-Sound und ohne Stammtisch-Mythen. Volker Fröse holt jede Woche Menschen ans Mikrofon, die es wissen müssen: Flottenmanager, Ingenieurinnen, Ladeinfrastruktur-Profis, Umsteiger und Skeptiker. Sachlich in der Sache, locker im Ton.
Neu hier? Starte mit «Machen wir die E-Mobilität kaputt?», «Golf schlägt Model S?» oder «Warum Wasserstoff im Auto einfach keinen Sinn macht».
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Warum Direktimport aus China meistens schiefgeht (#027)
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Eine neue Automarke in einem Markt voller Platzhirsche etablieren: geht das überhaupt? Massimo Redigolo verantwortet das Aftersales von XPENG in der Schweiz und erzählt, wie der Start bei null lief. Es geht um den Erwartungsgap zwischen Startup und Kundenrealität, um Ladestecker aus China, um Rechenpower fürs assistierte Fahren, um den Aufbau eines Händlernetzes und um die Frage, wo ein Autohaus im Elektrozeitalter noch Geld verdient.
Key Takeaways:
(00:01:00) «Eine neue Automarke einzuführen, das ist wirtschaftlicher Selbstmord», heisst es. Trotzdem passiert es.
(00:05:45) Die grösste Herausforderung ist, den Erwartungsgap so klein wie möglich zu halten. Basiserwartungen müssen auch bei einem Neustart gedeckt sein.
(00:12:00) XPeng Schweiz gehört als Importeur zur Hedin-Gruppe mit Sitz in Schweden, nicht direkt zum Hersteller.
(00:40:30) Ohne Elektro-Mindset funktioniert ein Händler nicht: Er muss den Vorteil der Elektromobilität selbst sehen.
(00:46:15) Rund ein Viertel der neu verkauften Fahrzeuge sind reine Elektroautos. Wer zu 100 Prozent switcht, gibt 75 Prozent des Absatzes ab.
Weitere Themen:
(00:07:45) Von einer Handvoll Fahrzeugen zu mehreren hundert Autos auf der Strasse in neun bis zehn Monaten.
(00:12:45) Direktimport aus China: andere Ladestecker, Software nicht immer auf Englisch umstellbar.
(00:17:00) Fahrwerke werden für Europa anders abgestimmt, weil das Komfortempfinden in Asien ein anderes ist.
(00:19:00) Beim nächsten Modell wählen Kunden zwischen Standard und Ultra mit mehreren Turing-Chips.
(00:25:00) Konfiguration in Minuten: Antrieb, Farbe aussen, Farbe innen, Anhängerkupplung. Der Rest ist Serie.
(00:33:45) China Speed trifft auf Verwaltungsratssitzungen pro Quartal. Druck bringt beim Händler nichts.
(00:36:45) Technisches Englisch in der Werkstatt: Diagnose und Reparaturbeschriebe sind anders als gewohnt.
(00:51:30) Jährlicher Service als Kompromiss: gut für den Händler, bezahlbar für den Kunden.
(00:53:00) Wer sieben Jahre ohne Check fährt, erlebt bei der MFK die grosse Krise.
Zu Gast: Massimo Redigolo, Head of Aftersales XPENG. Er kommt aus der Technik, hat als Automechaniker begonnen und verantwortet seit Oktober 2025 das Schweizer Aftersales-Geschäft.
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Es wäre ja auch verrückt, wenn wir nach gut neun bis zehn Monaten schon ein komplett flächendeckendes Netz von Hunderten von Händlern in der Schweiz hätten, dass das bringt nichts, Druck auszuüben, da verlierst du nur, dann sagt der Händler, okay, dann muss ich mir das nicht länger antun.
SPEAKER_00Die Platzjahr schon gerade in Europa, die sind so etabliert. Gegen VW, gegen Audi, gegen Mercedes, BMW kommst du nicht an.
SPEAKER_01Die Stammtischgespräche sind verstummt, weil es da nichts mehr zu besprechen gibt.
SPEAKER_00Herzlich willkommen bei der Mobilist, dem Podcast für E-Mobility und Themen rund um die Mobilität von morgen. Mein Name ist Volker und ich begleite dich durch diese Folge. Lass uns loslegen. Was bedeutet es, wenn man eine neue Automarke in einen Markt einführen will? Eigentlich, mir hat mal einer gesagt, hey, eine neue Automarke einzuführen, das ist wirtschaftlicher Selbstmord. Das schafft man einfach nicht. Die Platzhirchen, gerade in Europa, die sind so etabliert gegen VW, gegen Audi, gegen Mercedes, BMW, kommst du nicht an. Und trotzdem passiert es. Und da habe ich heute einen Gast mir eingeladen, der genau dieses Abenteuer gerade vor sich hat. Massimo, ich komme gleich zu dir, dass du dich vorstellen kannst. Ich sag mal vorweg, wir haben es gerade in der Vorbesprechung noch davon gehabt, wie spricht man die Marke richtig aus. Also man darf X Peng sagen und wir maßen es dir irgendwie nicht an, das zu versuchen auf Chinesisch zu sagen. Der Massimo ist da eng mit dran, diese Marke in der Schweiz aufzubauen. And before ich dir zu viel fahrt, Massimo, ich übergebe dir gerade mal das Wort.
SPEAKER_01Ja, vielen Dank, Volker. Massimo Redigolo, mein Name. Ich verantworte, wie du richtig gesagt hast, seit letzten Oktober 2025 das Aftersales bei XPeng für die Schweiz. Wie man unschwer mit einem Dialekt entnehmen kann, lebe ich in der Schweiz, verantworte das Schweizer Geschäft von AfterSales von XPeng. Die Marke wurde am 1. September in der Schweiz gelauncht. Das heißt, ich habe den ersten Monat verpasst, aber seither war ich als Mitarbeiter Nummer drei in der Firma mit dabei. Wie du sagst, man halte das fast nicht für möglich, dass man in so einem kleinen Team überhaupt was im Bereich Autoimport, als offiziellen Importeur machen kann. Aber trotzdem geht es ja genau. Ich habe eine lange auf der Selbstvergangenheit. Ich bin eigentlich wirklich Techniker seit Stunde null, habe ganz klassisch als Kfz-Automechaniker gestartet. Bin dann in den wilden 90er und Nullerjahren sehr stark im Carhive, im Multimedia-Bereich tätig gewesen, im großen Stil, um dann bei einem der größten Automobilimporteuren in der Schweiz dann wirklich praktisch alles zu machen, was du im After Sales machen kannst, im Retail-Geschäft, also in der Filiale, wie aber auch im Importeur-Geschäft, was natürlich sehr spannend war. Ja, das ist ein bisschen mein automobiltechnischer Hintergrund. Und wie so ist, auf dem Weg packst du noch ein bisschen Marketingerfahrung, ein bisschen Betriebswirtschaftserfahrung mit dabei, damit du da auf dem langen Weg nicht verhungerst und verdurstest, nur mit reinem Automotive. Genau.
SPEAKER_00Genau, und jetzt unterhalten wir uns heute ein bisschen über das Thema: Was bedeutet das, so eine Marke einfach mal in einen etablierten Markt einzuführen. Und ja, ich meine, ich kann mir da noch vorstellen, je größer das Produkt und die Autos sind ja schon mal nicht klein, desto komplizierter wird das Ganze. Und das mal, ich sage jetzt mal, ein MP3-Player haben wir auch nicht mehr. Aber ein Küchengerät, eine neue Marke zu etablieren, ist jetzt wahrscheinlich noch ein bisschen einfacher, ohne irgendeine Ahnung von Küchengeräten zu haben. Jetzt kriegen wir wahrscheinlich X Zuschriften. Aber das ist jetzt nicht so ein großes Teil, wo ich sage, da binde ich mich mal sechs, sieben, acht Jahre dran oder ich habe ein Leasing, ich habe Partner, die ein Vertrauen drin haben müssen, dass das Auto auch noch was wert ist hinterher und so weiter. Was würdest du sagen, ist so die größte Challenge, die ihr momentan habt?
SPEAKER_01Die größte Challenge ist sicher wie immer, wenn du so etwas beginnst, ist der Impact in die Realität. Die Leute haben alle Verständnis, wenn du klein startest, haben alle Verständnis, dass mal was schief geht, was mal etwas länger geht, bis du in die Realität eintrittst. Also bis wirklich eigentlich facing to the customer bist, wenn das Problem da ist, dann merkst du, und die Leute sagen, ja, ich habe auf der einen Seite Verständnis, dass ihr noch nicht lange auf dem Markt seid, dass vielleicht noch nicht alle Prozesse sattelfest sind. Aber jetzt geht es ja um mein Auto. Jetzt habe ich mit meinem Auto ein Problem, oder die Lieferfrist wurde nicht eingehalten vom Neuwagen eingehalten gehabt. Da schwindet dann das Verständnis relativ schnell. Und das verstehe ich. Ich bin ja selbst auch Konsument, und das kann ich absolut verstehen. Und so ist es wirklich die größte Herausforderung, diesen Erwartungsgap so klein wie möglich zu halten. Dass man sagt, ja, auf der einen Seite propagieren wir das auch immer und sagen, hey, kann mal ein bisschen holpriger sein, kann ein bisschen hemmzerärmeliger sein, aber am Schluss funktioniert es. Aber es muss dann am Schluss auch wirklich funktionieren und in einer Zeit, die du dir selbst als Konsument als vernünftig erachten könntest, wo du sagst, ja, es bringt ja nichts, wenn der Ersatzteillieferprozess klappt hervorragend, dauert aber sechs Monate, bis dein Ersatzteil da ist, das bringt niemandem was. Das muss so eine Mischung sein, wo du sagst, die Basiserwartungen müssen trotz allem gedeckt sein. Auch wenn du neu bist, frisch auf dem Markt, alles eigentlich noch ein bisschen helper is. Trotzdem sind die Erwartungen da, which I absolutely.
SPEAKER_00We have a bit more startup eran. So, this typical fake it until you make it. Even if you in the reality comes, but danach muss it funktionieren and then kannst du vielleicht nochmal vertrösten anders, yeah, but you can't even three, four, five Wochen or Monate die Kunden vertrösten and sagen, yeah, the auto kommt einfach nicht or the Ersatzteil ist nicht da. Und da stelle ich mir das schon recht als Challenge vor. Also ich kann das sehr gut nachvollziehen in diesem Moment. Alles ist noch so unter vorgehaltener Hand und es ist noch kein Produkt draußen. Und jetzt kommen die Autos. Und wie ist da eure Erfahrung jetzt? Also wie viel fahren die Autos schon? Sind die schon? Ich habe schon welche gesehen, also die müssen ja von euch kommen fast.
SPEAKER_01Ja, absolut. Also haben wir da in der Vorbesprechung ja auch davon gehabt, dass es ja wirklich der Thrill ist. Wir haben wirklich 1. September gestartet. Da waren eine Handvoll Fahrzeuge in der Schweiz und da wurde eigentlich der Vertrieb gestartet mit ganz wenigen Händlern, die von Anfang an an uns geglaubt haben. Aber das hat bei null begonnen. Es ist jetzt gut neun bis zehn Monate her. Es sind jetzt mehrere hundert Fahrzeuge auf der Straße. Ja, also der Markt ist da. Und das ist auch, was du vorhin vielleicht angesprochen hast, sind die allerersten Kunden, die sind unglaublich resilient und da sind wir auch unglaublich dankbar dafür, dass dieses Verständnis, vor allem bei den Early Adapters, da ist, aber auch da natürlich nicht endlos, weil die sind sich sehr wohl bewusst, was sie tun und in welche Richtung es gehen kannst, wenn du dich wirklich die allerersten Fahrzeuge zulegst, welche da unterwegs sind. Und jetzt merken wir, kommen wir in die Phase, wo jetzt, ich sag mal, der normale Consumer, jetzt hat man das ein bisschen gehört, das darf man, glaube ich, sagen, wir haben doch sehr gute Testberichte und Rezessionen, wenn man sich die YouTube-Videos anschaut, die Marke kommt sehr gut an, auch technisch. Und jetzt, wenn ich das so sagen kann, wagen sich mal die normalen Käufer an die Sache an. Oder und da merkst du, wie, das ist eine andere Welt an Erwartungen, an ja, aber wieso dauert jetzt das eine Woche länger als sonst? Und dann denkst du, ja, eigentlich ist was noch schneller gegangen als normal. Also dein Prozess war jetzt besonders gut und trotzdem sagst du, ui, das habe ich aber zu lange empfunden. Und das ist schon so ein Wake-up-Call, wo du merkst, okay, jetzt kommt Stufe 2. Jetzt kommst du wirklich ins Business, wo du noch enger deine Prozesse analysieren musst, wo gibt es da noch Potenzial. Immer im Rahmen der Möglichkeiten. Oder man darf nie vergessen, wie die meisten Start-ups haben auch wir nicht, unlimited money und sind eine Spielwiese und sagen, ja komm, hier ist mal eine Ladung Kohle, mach mal. Zum Glück nicht. Sondern natürlich brauchst du eine Balance zwischen den Ressourcen, und das sind sowohl die Menschen wie auch das Finanzielle, wo du sagen kannst, mit dem musst du das. And so ist es ein bisschen, in welche Richtung du gehst, was du überhaupt machen kannst, welche Versprechen kannst du in diesem Moment überhaupt abgeben. Das können ganz andere sein als noch vor einem halben Jahr, aber es kann auch sein, dass es ganz andere sind wie in sechs Monaten. Also da entwickelt man sich eigentlich fast täglich weiter. Also jeder Tag, und das ist das, was mich selbst auch immer fasziniert, du bist jeden Tag einen Schritt weiter als der Tag davor. Das ist das, was dich auch antreibt. Also jeden Tag Arbeit, den du irgendwo investierst, merkst du direkt im Impact. Nicht nur in meinem Bereich, auch die Kolleginnen im Marketing, die Kollegen im Sales. Das ist genau dasselbe. Egal was du tust, du hast einen imminenten Impact auf den Markt, auf die Prozesse, auf den Handel. Und das ist sehr befriedigend.
SPEAKER_00Du hast gerade gesagt, ihr habt nicht unbeschränkt Geld. Das ist so etwas, was ich in meinem Umfeld oftmals zu hören bekomme. Ja, die Chinesen, die haben ja da Geld reingebuttert und die machen einfach und der Staat haut da Geld rein und die hauen einfach mal raus. Aber eben, es ist immer noch ein Wirtschaftsunternehmen. Also das ist nicht so, dass wir da einfach machen können.
SPEAKER_01Ja, absolut. Und vielleicht zum Verständnis, wie die Situation in der Schweiz ist, wir sind ja kein direkter Herstellerimporteur. Also wir sind nicht die XPeng-Schweiz AG, sondern wir haben ein schwedisches Mutterhaus. Wir gehören ja zur Heading-Gruppe, die europaweit tätig ist mit Hauptsitz in Schweden. Da sind wir eigentlich angeschlossen und wir als Headin Distribution AG machen den Import für XP. Wir sind nicht quasi der verlängerte Geldbeutel von China, sondern wir sind da wirklich so in der Matrix drin als eigentlich privater Importeur in der Schweiz für XP. Genau.
SPEAKER_00Das heißt aber auch eben, wenn ich jetzt irgendwie direkt was importieren wollte, dann muss ich mir irgendwo einen Container mieten und das Auto da in den Container packen, aufs Schiff verladen und dann ein paar Monate warten wahrscheinlich, bis es ankommt.
SPEAKER_01Genau, also wenn du dir das privat importieren möchtest aus China, meinst du, das sprichst du an. Ja, ja, absolut. Mit allen Hürden, so Anfragen kriegen wir zwischendurch. Da weißt du nicht, ob du weinen oder schmunzeln musst, weil was viele nicht wissen, das Auto mag ja auf den ersten Blick gleich aussehen, aber es fängt schon damit an, dass die Autos in China andere Ladestecker haben. Die Fahrzeuge bestenfalls, wenn du ganz viel Glück hast, auf Englisch umstellen kannst, aber nicht alle. Also es kann auch gut sein, dass du dir dann gleich einen Chinesisch-Mandarin-Kurs noch einpacken musst, um das Auto zu bedienen. Ja, also das ist nicht zu unterschätzen, weil natürlich, ich glaube, das ist kein Geheimnis, wenn du dir die Preise ansiehst, sind die Preise natürlich in China, was du in China für ein Fahrzeug bezahlst, natürlich deutlich niedriger als das, was du in Europa für vermeintlich dasselbe Fahrzeug bezahlst. Und da ist natürlich die Versuchung groß, dass du dir das Auto privat holst. Aber eben, ja, kann man machen, kann man als Hobby ansehen, um zu schauen, okay, wie weit kriege ich das Auto selbst noch irgendwie auf die Straße. Würde ich jetzt persönlich weniger empfehlen.
SPEAKER_00Ja, ich glaube, das ist ziemlich ein Abenteuer. Also schon allein die ganze Zulassung mit Konformitätsbescheinigung und so weiter. Ich weiß gar nicht, ob ich in dem Podcast, das mal erzählt habe, von meinen Abenteuern eines E-Bikes in Deutschland gekauft, in der Schweiz zugelassen. Wäre meine ganze Folge wert. Bei einem Auto dürfte das ungleich schwieriger sein. Ich stelle mir gerade vor, wie der Prüfer dann in dem Auto drin sitzt und sagt, ja, stellen Sie doch mal auf Deutsch um. Sonst sagst du, nee. Genau.
SPEAKER_01Ja, ja, genau.
SPEAKER_00Aber jetzt gerade in dem Zusammenhang, ich weiß nicht, wir müssen es ja nicht extrem vertiefen, aber da was ist alles anders an den Autos, die jetzt nach Europa kommen. Also ich weiß, es gibt andere Vorschriften bezüglich Insassen, Fußgangsschutz und so weiter. Weißt du da, gibt es da große Unterschiede?
SPEAKER_01Nee, also es sind nicht riesige Unterschiede, da würde ich lügen, wenn ich da sagen würde, meine Güte, ihr kriegt komplett ein anderes Auto, aber was sicherlich an ist, ist eben wie erwähnt, die Ladestecker. In China benutzt du komplett andere Ladestecker.
SPEAKER_00Jadimo nehmen sie in China, oder?
SPEAKER_01Ja, genau.
SPEAKER_00Also da hat man Glück, vielleicht auf der Autobahn findet man noch den ein oder anderen Jadimo-Stecker in der Schweiz.
SPEAKER_01Ja, aber es ist auch am Auslaufen. Ja, genau. Ich weiß ehrlich nicht, da müsste ich jetzt lügen, wenn ich dir sagen würde, ja, absolut identisch. Also die Form sieht sehr ähnlich aus. Ich könnte dir aber nicht die Hand ins Feuer legen, ob das wirklich identisch ist, wüsste ich nicht. Sieht aber ähnlich aus, du hast recht, ja. Genau.
SPEAKER_00Ja, ich weiß aus meiner alten Tätigkeit im Bundesamt für Straßen, dass oftmals sind die Autos schon plus minus identisch. Aber die Tests, die gemacht wurden, sind je nachdem andere oder es gibt ein bisschen ein anderes Material oder die Verstrebung vorne ist ein bisschen anders, weil halt der Aufprallschutz in den verschiedenen Testmethoden unterschiedlich dann ist. Und da wird natürlich auch ein bisschen optimiert auf den Test hinaus, dass halt die Strebe, wenn sie 10 Zentimeter weiter links ist, funktioniert das in China besser wie in Europa. Aber das sind wahrscheinlich wirklich Details, die da.
SPEAKER_01Ja, absolut. Also ich muss auch ehrlich sagen, die hintersten und letzten Details, die kennen selbst wir nicht, was da unterschiedlich ist. Aber was für China wichtig ist, um zu skalieren, ist eine hohe Standardisierung der Fahrzeuge. Also da werden sicherlich, wenn vielleicht in einem Land die Anforderungen etwas höher sind, wird jetzt nicht für das Land, wo die Anforderungen etwas tiefer sind, keine Ahnung, eine neue Tür gebaut, weil du sagst, da können wir drei Cent sparen, weil quasi die Abweichung von den Modellen wäre am Schluss dann teurer als die Standardisierung, wo du sagst, die Türe ist jetzt identisch auf dem globalen Markt. Wo es Abweichungen gibt, nebst dem Stecker, sind bei den traditionellen Fahrwerken. Wir haben ja Fahrwerke, die sind einerseits, die haben Zweikammer Luftfahrwerk, das kriegst du über Software anders abgestimmt, weil die Asiaten haben ein anderes Komfortempfinden wie wir Europäer. Die lieben andere Fahrwerke. Das merkt man oft, eben auch wenn man die Fahrzeuge direkt importiert. Be Standardfahrwerken, dass die oft, wir empfinden die als etwas schwammig, die Asiaten empfinden das als sehr komfortabel. Das kann so weit gehen, es gibt wirklich Leute, die so stark reagieren, dass es einem schlecht wird im Fahrzeug, wenn das wirklich so komfortabel abgestimmt ist. Also die traditionellen Stahlfahrwerke, die es auch bei unseren Modellen noch gibt in gewissen Fahrzeugen, die sind anders für den europäischen Markt, als zum Beispiel in China. Und natürlich die Software, die aber auch nicht, man denkt, ja, okay, Software ist das kleinste Problem, dann spielst du einfach die europäische Software auf und gut ist. Auch da gibt es Abweichungen, vor allem weil der asiatische Markt deutlich weiter ist mit den autonomen Fahrhilfen und sie zum Teil andere oder mehrere Prozessoren haben, weil sie einfach weitergehen können mit dem automatisierten Drive, dass selbst wenn die technische Möglichkeit bestehen würde, diese Software nicht einfach adaptiert werden kann. Genau.
SPEAKER_00Spannendes Thema. Ich weiß nicht, wie weit du dort Bescheid weißt, aber wir haben ja jetzt gerade bei Tesla zum Beispiel das Problem, dass sie immer versprochen haben, die Fahrzeuge können dann das Full Self-Drive irgendwann machen und jetzt kam ja dann doch im Frühjahr raus, also die älteren Modelle mit dem alteren Computer, die können das nicht. Da macht die Hardware nicht mit. Und ist es jetzt da auch, dass unterschiedliche Hardware bei den Computern eingebaut wird?
SPEAKER_01Ja, wir sind jetzt genau vor so einem Punkt, wo du als Kunde beim nächsten Modell, was gelauncht werden will, sogar wählen kannst, möchte ich das Fahrzeug haben, das schon quasi vorkonfiguriert ist und ab 27 dann die nächste Stufe fahren kann, oder möchtest du das nicht? Vielleicht ein Kunde, der sagt, nee, ich bin ein bisschen skeptisch, ich werde das eh nie einsetzen, kann quasi das günstigere, abgespeckte System mit weniger Prozessoren bestellen. Es ist heute schon klar, die Fahrzeuge, die du heute kaufst, die werden nie auf das nächste, also das ist eigentlich, nennen wir es Tesla-Problematik, das wird dasselbe sein. Also die Fahrzeuge, die du heute auf der Straße hast, die sind schon verglichen mit anderen Fahrzeugen sehr, sehr gut, was im assistierten Fahrbereich betrifft. Aber natürlich, um das nächste Level zu gehen, brauchst du mehr Prozessor Power. Und das hat ja X-Peng selbst in der Hand. Die neuesten Generationen kommen ja mit dem selbst entwickelten Chip, der Turing-Chip, der eingesetzt wird. Und da kommt es einfach darauf an, wie viele davon hast du im Fahrzeug. Und da gibt es tatsächlich zwei Versionen. Der L03, der gegen Ende Jahr in der Schweiz verfügbar sein wird, der vor einigen Wochen gelauncht wurde. Haben vielleicht einige schon gesehen, den kannst du als normalen, der nicht upgradebar ist oder als Ultra. Die Ultra-Version hat mehrere Prozessoren drin und sobald quasi der nächste Level von AI Driving kommen wird, was vor allem in den Städten einen grossen Vorteil geben wird, oder die ganzen Sondersituationen mit Baustellen, Orangenstreifen, wo halt das heutige System ein bisschen an die Grenze bringt, da wird der nächste Schritt gehen. Genau. Hat in der Schweiz noch nichts mit Level 3, Level 4 etc. zu tun. Wir sprechen immer noch von Level 2. Du musst die Hand am Lenkrad haben, aber es ist unglaublich viel besser, vor allem in Sondersituationen. Ich meine, auf der Autobahn geradeaus das schaffen noch viele Fahrzeuge, aber im Stadtverkehr, der Fußgänger, der Radfahrer, die Baustelle, den Lastwagen, der gerade zwei Paletten ablädt. Das sind die Situationen, wo du halt einfach unglaubliche Rechenpower haben musst, um die ganzen Signale zu verarbeiten und dann zuverlässiges AI-Driving anbieten zu können.
SPEAKER_00Ja, ich kann das voll nachvollziehen. Also ich habe so ein paar Strecken, wo die Straße untertrennt wird, dann zum Vellostreifen und dann kommt der Fußgängerstreifen. Und die Unterteilung dort ist dann also nicht eine gelbe Linie, sondern das ist dann einfach so ein roter Stein, der da quasi verbaut ist. Und das registriert das Auto zum Teil, zum Teil nicht, und dann fährt er Schlangenlinien. Und das ist dann schon recht nervig. Und die Neueren können das und ich nehme an, das ist wirklich die Rechenpower. Und auch die Kameraauflösung wahrscheinlich, die dann dort irgendwo spielt. Und ich meine, doppelte Auflösung heißt einfach mindestens vierfache Datenmenge, die verarbeitet werden muss. Acht Kameras oder noch mehr. Das gibt er mal schnell. Rechenbauer her. Ja, ja, genau. Sprechen wir so von den Optionen. Habt ihr. Also es wird ja oft nachgesagt, bei den Chinesen kannst du die Farbe aussuchen. Und der Rest ist halt einfach dabei. Ich spreche jetzt so pauschal von den Chinesen, das müssen wir uns auch irgendwann mal umgewöhnen. Es gibt ja nicht nur den Chinesen, das chinesische Auto. Aber das ist, wie ist das? Wie merkt ihr das auch so im Vertrieb? Ich weiß, ich kenne Leute, für die ist das so ein Erlebnis, diese Optionenliste auszuwählen. Also dazu unheimlich teuer einmal am Ende. Aber das gehört wie dazu und die sind fast ein bisschen enttäuscht, wenn sie da nicht irgendwie so 50, 100 Optionen wählen können.
SPEAKER_01Kann es sicher geben und da habe ich auch Verständnis, vor allem wenn der Autokauf aus der emotionalen Seite geschieht, ein Sportwagen, wodurch sehe deinen Stuhl, wo du sitzt, hast ein weißes Stick beim schwarzen Leder, wenn du sagst, na, das wäre noch schöner, wenn es rot wäre und du hast die Möglichkeit, dann verstehe ich das, dass das gewisse Leute anspricht. Viele Leute, die einfach sagen, hey, ich brauche ein zuverlässiges Fahrzeug, das durchaus auch Emotionen wecken kann, ist es eher das Gegenteil, dass du gar nicht mehr so den Stress hast, auszuwählen, oder wir kennen ja das alle, oft hast du etwas, was dir besonders wichtig ist, ausschließlich in einem Paket, was dann du noch vier Sachen dazu bestellen musst, die dir überhaupt nicht sagen, aber trotzdem mitbezahlen darfst. Und das ist immer so ein, ich kann mich erinnern, als ich noch Fahrzeuge konfigurieren durfte nach der alten Manier, war das immer so ein Abwägen, okay, willst du jetzt so viel Kohle für das Paket ausgeben, obwohl du eigentlich nur einen kleinen Teil wirklich brauchst. Aber nochmal im vollen Verständnis, dass das für viele Kunden ein Erlebnis sein kann. Ich persönlich empfinde es jetzt auch, obwohl ich jetzt nicht aus dem Sales komme, aber durchaus natürlich auch immer wieder das Privileg habe, mal ein Fahrzeug für mich zu konfigurieren. Du hast immerhin die Möglichkeit, also du auch bei uns darfst du die Farbe wählen. Du darfst aber sogar die Innenfarbe wählen. Also du hast verschiedene Innenfarben auch zur Auswahl, was du da mal ein paar Kombinationen damit spielen kannst. Aber das nimmt dir schon relativ viel Stress weg. Ich sage immer, so ein X-Peng zu konfigurieren. Du musst dir mal die Frage nach dem Antrieb stellen. Willst du einen Heckantrieb? Möchtest du ein 4x4? Das heißt auch mit entsprechend mehr Leistung, das ist mal die Basis. Dann Farbe außen, Farbe innen und Anhängerkupplung ja nein. So, das war's. Das war's. Also das heißt, du darfst dir vielleicht mal die Farbe in Natura anschauen, das ist mal das Erlebnis, aber dann, wenn es darum geht, okay, jetzt schlagen wir den Nagel ein, dann ist es eine Sache von zwei Minuten. Es gibt keine Ausschlüsse, wenn das, dann das nicht. Also es ist alles miteinander konfigurierbar, weil es ist ja so wenig. Und der Rest ist einfach volle Hütte. Und das trifft eigentlich schon mehr auf Begeisterung, dass du sagst, wow, weil jeder, der mal das Vergnügen hatte, sich mal in einen X-Peng zu setzen, weiß, wir sind eher wirklich das Hightech-Produkt, das, was vielleicht für chinesische Verhältnisse eher im oberen Preissegment angesiedelt ist, weil die Fahrzeuge wirklich technologiebasiert sind und einen extrem hohen Ausbaustandard haben. Und die Leute können das manchmal fast nicht glauben. Sie sagen, ja, aber dieses Leder, das kann ja nicht Serie sein. Doch doch, das ist Serie, wo du sitzt, was du siehst, du kannst nichts dazu oder weg, das ist einfach Serie alles, was du siehst. Ja, die Massage hinten auch, ja selbstverständlich. Und das Luftfahrwerk und ja, ja, ja.
SPEAKER_00Das finde ich eben, ich persönlich wieder sehr entspannt, auch wenn ich da so weiße Stitching auf meinem Stuhl habe. Weil, also ich mag mich da zurückerinnern, dass das war dann wirklich so der Pain. Ich will das noch haben, ja, aber dann musst du das wählen, aber das geht dann nicht mehr. Und dann so, nein, aber ich will das und dann wählst du vorher X Sachen aus und dann musst du aber das Paket noch wählen und dann geht das schon wieder raus und das geht wieder weg. Ja, aber das wollte ich doch und das war immer, für mich war es ein Riesenstress. Ich genieße das sehr. Eben dieses, es ist einfach dabei. Punkt.
SPEAKER_01Ja. Ja, absolut. Also es ist auch das Gefühl, du kannst eigentlich gar nichts falsch machen. Weil was du sagst, du konfigurierst mal das Auto und ich weiß nicht, ob dir das auch schon mal so gegangen ist, dann gehst du voller Stolz mit deiner vierseitigen Konfigurationsliste mal zum Feierabendbier, besprichst das mit deinen Kollegen voller Stolz. Du, ich habe jetzt gerade das Auto bestellt, schau mal und dann die Kollegen, ja, aber hast du. Aber nein, das hättest du nicht, weil mit dieser Option hatte ich mal vor 100 Jahren das und das schlechte Erlebnis und dann gehst du nach Hause und denkst, oh shit, und du rufst dann direkt den Verkäufer an, der natürlich gerade auf so ein Telefon gewartet hat, weil sage, ja nein, jetzt haben wir schon zwei Stunden konfiguriert, jetzt ruft mich der Typ schon wieder an. Also es kann auch im Nachgang komplex werden, wenn du dann mit Freunden, Bekannten, Familie dann sprichst, wo du sagst, ah, vielleicht muss ich doch das ein oder andere wieder anpassen, das brauchst du bei unseren nicht, weil es ist einfach alles drin.
SPEAKER_00Genau. Dafür kriege ich dann auch quasi den Preis, der dann draufsteht.
SPEAKER_02Genau.
SPEAKER_00Reden wir mal, gehen wir davon vom Konfigurieren ein Stück weg und sagen mal, okay, jetzt ist so ein Punkt, wo relativ viele gerade bei neuen Fahrzeugen ansprechen, wie ist es denn, wenn mal was kaputt geht? Also dieses typische, ja, ist ja schön, dass ihr die Autos verkauft, aber ihr habt kein Händlernetz. Ja, ich muss dann auch als sagen, also ich als Tesla-Kunde fahre auch weiter, um wenn ich mal in die Werkstatt muss. Auf der anderen Seite sage ich halt auch, ja, brauche ich den Luxus, dass ich in G-Distanz fast ein Händlernetz habe. Aber wie ist das bei euch? Ist das so etwas, was ihr hört und wie reagiert ihr darauf?
SPEAKER_01Ja, das absolut, weil da gibt es überhaupt nichts zu beschönigen. Es wäre ja auch verrückt, wenn wir nach gut neun bis zehn Monaten schon ein komplett flächendeckendes Netz von Hunderten von Händlern in der Schweiz hätten. Das wäre vollkommen utopisch. Natürlich, wir wünschten uns auch, dass wir noch mehr Händler hätten. Das ist aber ein langer Prozess, wie man sich vorstellen kann. Aber das ist so, das entsteht aber eigentlich schon früher, wenn du das Auto kaufen möchtest. Wenn du dich interessierst und sagst, okay, wo ist denn der nächste Händler? Weil bei uns ist, wie praktisch bei allen Marken, ist ein Händler gleichzeitig auch Servicepartner. Also da, wo ich das Auto kaufe, kann ich es auch in die Wartung, in die Reparatur, wenn ich Karosseriearbeiten habe. Also da, wo ich das Auto kaufe, kriege ich den Full Service. Das kann jetzt aber sehr gut sein, dass halt unmittelbar, wo ich wohne, halt kein Händler da ist. Und da ist die Frage so, was ist irgendwo vertretbar? Und da sind wir Menschen halt Menschen. Der eine sagt, es ist doch kein Problem, eine Stunde zu fahren, ich muss ja nur höchstens mal einmal im Jahr oder wenn ich die Reifen auch noch beim Händler wechsel, vielleicht zweimal im Jahr dahin fahren. Der andere sagt, um Gottes Willen, alles, was über eine Viertelstunde ist, ist inakzeptabel für mich. Das muss jeder und jede für sich selbst ausmachen, was jetzt da akzeptabel ist und was nicht. Was ich sagen darf, wo wir wirklich stolz drauf sind, ist, wir sind immerhin in allen Sprachregionen in der Schweiz bereits vertreten, auch im Tessin, italienischsprachig, in der Romandie, Französisch sprechen, haben wir Filialen für die Kunden, auch wichtig für die Deutsch-Schweizer Kunden, die regelmäßig ins Tessin fahren, um ein schönes Wochenende zu verbringen. Wir sind überall vorhanden, wenn mal etwas passiert, sind wir da. Aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, hey, wir sind am Ziel. Wir sind flächendeckend überall in genügender Anzahl Händler vertreten. Das ist eigentlich die Arbeit, an der wir jetzt maßgeblich und zentral dran sind, das Händlernetz weiter zu entwickeln. Aber natürlich auch qualitativ weiter halt da Händler zu definieren, wo es Sinn macht, geografisch, wo es aber auch Sinn macht, was der Händler für eine Vergangenheit macht, ist er wirklich motiviert, in dieses Fahrzeugssegment einzusteigen. Hat er die Fähigkeiten? Weil wichtig ist, dass wenn wir Ja sagen, dass auch ein Ja ist, wo für alles stimmt, nicht nur für uns, nicht für den Händler, sondern vor allem für den Kunden. Dass er dem Kunden an wirklich der Service geboten werden kann, den er erwartet.
SPEAKER_00Ja, ein Händler, das sind ja eigene Unternehmer. Das heißt, der muss sich dann auch gut überlegen, wage ich das? Und die meisten kommen ja wahrscheinlich aus dem Bereich, sag ich es mal, klassische Marken, die bei uns so rumfahren oder rumgefahren sind. Ist das schwierig, die zu überzeugen?
SPEAKER_01Schwierig hat so einen negativen Touch. Also es ist natürlich anspruchsvoll, weil ein Händler, der heute sich entschieden hat, ich möchte eine neue Marke mir ansehen. Und zwar völlig unabhängig, ob jetzt das eine chinesische, was auch immer ist, der sagt, ich habe jetzt Kapazität, weil ich vielleicht eine Marke abgegeben habe, die ich schon hatte, oder weil ich vielleicht eine zweite Filiale dazu genommen habe, ich möchte mich erweitern. Der hat deutlich mehr Auswahlmöglichkeiten, als das noch vielleicht vor zehn Jahren der Fall war, wo alles recht standardisiert war, ich sage jetzt einmal, die Karten waren größtenteils gemischt und die Bewegung war da nicht so dramatisch. Und jetzt merkt man aber, dass wenn man sich auch in der Umgebung, wo man sich gut auskennt, mal sieht, was für Marken waren in meiner Stadt, in meinem Dorf von 10, 15 Jahren vorhanden und wie sieht es heute aus, dann merkt man auch als Laie, da ist Bewegung im Markt. Da passiert gerade was. Und ich verstehe jeden Händer, der sagt, ich möchte es mal wirklich gut prüfen, ich möchte den Business Case wirklich mal belasten und ich möchte es auch gegen ein, zwei weitere potenzielle Marken gegenüberstellen. Ist ja auch absolut richtig, weil nur das ist letztendlich nachhaltig. Es bringt nichts, weil man einfach sagt, komm, unterschreib den Fackel, ob du daran glaubst oder nicht und ob es erfolgreich ist oder nicht, ist egal, sondern das ist legitim, das wünschen wir uns auch, aber das braucht Zeit. Das braucht Zeit, weil das je nach Größe vom Betrieb natürlich verschiedene Verwaltungsratssitzungen durchgehen darf und so weiter. Und das bremst ein bisschen das Wachstum. Wir haben es in der Vorbesprechung gesagt, wir leben ja all in a bubble, in dem wir denken, ja, wir sind allzeugt und denken, das kann gar nicht schnell genug gehen, and we see uns auch dieser legendäre Chino-speed. This is what man in these bewegs. Nur auch there is an impact zur normal welt, where you sagst, yeah, okay, egal which Chino Speed du bring, we have unsere Meeting Kreise, which are pro quartal, and that must be able to respektieren am Ende des Tages. Es bringt nichts, Druck auszuüben, da verlierst du noch. Dann sagt der Händler, okay, dann muss ich mir das nicht länger antun. Das ist dieses Kulturelle darf man nicht vergessen, wir sind in der Schweiz und nicht in China, und da drehen die Uhren anders und das muss respektiert werden, damit man letztendlich die Händler auch hat, die das wirklich wollen, die die Begeisterung für Elektromobilitaten und auch wirklich willend sind, diesen Anfängerweg zu gehen, weil der ist nicht nur für uns etwas härter, sondern ich sage immer, wenn ich mit Händlern zusammen bin, wir hatten gerade kürzlich technische Schulungen für die Mechaniker, wo wir alle gesagt haben, hey, wir sind alle im selben Boot. Wenn Fragestellungen aufpoppen, dann ist es mit größter Wahrscheinlichkeit nicht nur für die Mechaniker draußen neu, sondern für uns genauso. Auch wir hören die meisten Beanstandungen oder Anliegen auch mal zum ersten Mal. Und wenn du startest, ist es für alle das erste Mal. Und das gibt schon am Anfang so ein starkes Wir-Gefühl, wo wir sagen, hey, wir lassen euch nicht hängen, aber vergisst nicht, wir sind im selben Boot. Wir sind auch nicht allwissen. Wir lernen mit euch und ihr lernt von uns, wir lernen von euch und so ist auch der Austausch mit der Basis enorm wichtig. So quasi sich nicht irgendwo einschließen, wir sind die Importeure und sind da im Büro und kapseln uns ab, sondern der Austausch, ich sage immer, die dreckigen Hände zu kriegen im Aftersatz, das ist das Wichtigste, um zu verstehen, wo drückt es, wo müssen wir nachschulen, wo müssen wir, weil Prozesse natürlich zum Teil anders sind. Gerade wenn wir die Diagnose beleuchten, das ist fundamental anders als bei anderen Fahrzeugen. Und da logisch, da brauchst du ein paar Läufe, bis das drin ist und bis alles klar ist.
SPEAKER_00Wenn dann die Reparaturbeschreibung auch auf Mandarin kommen.
SPEAKER_01Ja, also das war ein Punkt, wo man einfach klar sein muss, klar, Mandarin nein, aber es ist natürlich sehr viel, es ist auf Englisch. Das heißt, du Reparatur beschrieben, technische Beschriebe, vor allem jetzt eben, wenn man immer ein bisschen beleuchtet hat, ich verantwortete, dass es das Aftersatz, also Reparatur beschriebe. Klar kannst du deinen Browser auf automatisch übersetzen schalten, der sehr gut funktioniert. Aber am Ende des Tages ist das Fakt, dass du mal ein Basiswissen an technisches Englisch, dass das nicht verkehrt ist. Und da stehst du an, und das meine ich null despektierlich, dass du halt, sobald du in die Werkstatt kommst, der Mechaniker, das ist einfach nicht selbstverständlich, dass jeder Mechaniker einfach fließend Englisch kann. Und nochmal, das meine ich überhaupt nicht despektierlich, das ist einfach eine Tatsache, dass du vielleicht einen Basiswortschatz hast, um im Urlaub nicht zu verhungern und nicht zu verdursten. Aber wenn du einen Elektromotor ausbauen darfst, dann musst du schon verstehen, was da drin steht. Und nicht nur ungefähr.
SPEAKER_00Das deckt auch das Basiswissen nicht ab. Da kommen dann ganz andere Begriffe um die Ecke.
SPEAKER_01Absolut. Das sind halt Sachen, die wir auch wirklich transparent mit den Händlern besprechen. Und du sagst, du, es gibt ein paar Sachen, die du wissen musst. Systeme, Beschreibungen und so weiter, ist halt sehr viel Englisch, ist das ein Problem. Weil das darf man nicht schönreden, es gibt sehr viele Hilfsmittel, du kannst heute mit AI sehr vieles machen. Aber das müssen die Leute einfach wissen, auf was sie sich einlassen. Ich möchte es nicht überdramatisieren, aber es ist vielleicht abweichend gegenüber anderen Sachen.
SPEAKER_00Du hast vorhin fast beiläufig etwas angesprochen, wo, glaube ich, sehr wichtig ist. Also die wenigsten Händler kommen wahrscheinlich einfach mal so aus dem Nichts und sagen so, ich habe hier ein Grundstück, 2000 Quadratmeter, ich baue jetzt hier drauf mal einen Autohandel auf. Sondern die kommen ja, die haben eine Geschichte, die haben vielleicht die Markenvertretung verloren, weil es ist ja durchaus so, dass auch die bekannten Marken reduzieren und dass dann halt jemand auf der Suche ist nach einer neuen Markenpartnerschaft. Und jetzt ist ja nicht nur das, dass sie die Marke wechseln, sondern sie wechseln ja auch die Antriebsart, also von wahrscheinlich Verbrenner dann auf Elektro. Und das sind ja gerade zwei Challenges auf einmal. Also, und ich stelle mir gerade vor, ganz unabhängig der Marke, ist der Wechsel vom Verbrenner auf Elektro auch nicht gerade einfach. Weil du hast keinen Abgastest mehr. Du musst eigentlich auch deine ganzen Abläufe intern korrigieren. Also vielleicht mehr Leute haben, die IT-affin sind und weniger Leute, die einen Vergaser einstellen können, böse gesagt.
SPEAKER_01Ja, also das ist grundsätzlich so. Auf der anderen Seite darf man ja auch nicht vergessen, egal welche offizielle Markenvertretung du führst, lassen wir jetzt komplette Exoten mal außen vor. Sagen wir mal, wenn du ein Massenprodukt hast, dann hast du heute schon Elektromobilität im Haus. Es kann natürlich sein, und diese Welt gibt es, und das ist für uns gut zu verstehen, es kann natürlich sein, dass du sagst, ja, okay, ich habe eine Marke X, die haben wohl auch Elektro, aber das interessiert mich nicht, ich pushe die Verbrenner und bis jetzt bist du, solange du einigermaßen diese Verbrenner auf Zahlen gekriegt hast im Vertrieb, dann hat man dich in Ruhe gelassen. Das spielt schon eine Rolle. Also wenn du bis jetzt immer gesagt hast, ja, ich habe eigentlich versucht, so wenig wie möglich mit diesen Elektrodingen was zu tun zu haben, dann hast du ein Problem. Aber dann hast du ein zentrales Problem, was wir, wenn wir das identifizieren, wir uns schon sehr stark überlegen, ist das der richtige Partner, wenn du kein Elektro-Mindset hast. Also du musst Elektromobilität schon lieben und den Vorteil darin sehen, damit du erfolgreich Produkte wie unseres vertreiben kannst. Das heisst nicht, dass du nur noch entweder-oder funktionierst. Viele sehen ja unsere Marke als ideale Ergänzung zum Portfolio, was sie schon haben. Die hören ja nicht auf, von heute auf morgen Verbrenner zu verkaufen, sondern sie sagen, wir haben ein, zwei etablierte Marken, haben vielleicht eine Marke verloren aufgrund von Netzbereinigungen, von unseren Marktbegleitern oder eben Generationenwechsel sind ein großes Thema. Es übernimmt die jüngere Generation den Betrieb, die sagen, hey, wir möchten eigentlich erweitern, bauen an, brauchen eine weitere Marke. Und oft sagen sie, hey, das traditionelle Geschäft, das brauchen wir noch. Da haben wir einen etablierten, bewährten Kundenstamm, der halt vielleicht noch nicht ready ist für Elektromobilität. Und sie sehen die Chance, dass sie sagen, wenn elektrisch, dann richtig. Und sie wirklich ein Leader-Produkt, technologisch ein Leader-Produkt, sich anschauen möchten, wo sie sagen, nur so kriege ich vor allem die kritischen Verbrennerkunden wirklich geswitcht. Weil du brauchst ein Produkt, das wirklich top of the top ist, wenn du fährst, dass du sagst, wow, das ist eigentlich, das hätte ich nicht erwartet. Das ist ein echt positives Erlebnis, egal auf was du dich fokussierst. Nicht nur der Antrieb, sondern letztendlich ist es ein Gesamterlebnis. Wie fühlst du dich in dem Fahrzeug? Ist das Fahrwerk sauber abgestimmt? Fühlst du dich wohl, wenn du eine Kurve fährst? Also das sind alles kleine Sachen, die man nicht nur auf den Antrieb reduzieren muss und die Diskussion, wo kann ich laden, wo kann ich. Das ist eh durch. Das ist wirklich durch. Die Diskussionen führen die, die noch nie elektrisch gefahren sind und die darf man dahingehend begleiten und überzeugen, aber die Diskussion ist heute obsolet. Du brauchst dieses Gesamt, ich fühle mich wohlpaket, wenn ich ein Auto fahre, egal ob das ein Verbrenner oder ein Elektro ist. Meine persönliche Meinung.
SPEAKER_00Ja, ich habe so das Gefühl, aber vielleicht liege ich da auch falsch. Wenn ich so heute in so eine klassische Autovertretung, so ein Autohaus schaue, vielleicht nicht den allergrößten, aber so einen mittleren Betrieb, der hat doch relativ viele Leute in der Werkstatt, die da tätig sind. Und das ist natürlich bei den Verbrennern auch so. Sie sind viel öfters in der Werkstatt, haben Wartungen, haben Ölwechsel und so weiter. Also beschäftigt ja auch die Leute, die da, die dann arbeiten. Und dementsprechend habe ich beim Elektro natürlich deutlich weniger Touchpoints. Und wenn das Auto mal da ist, gibt es deutlich weniger zu tun. Und es sind ja relativ viele solche klassischen Elemente wie Karosserie, also da ist eine Delle reingefahren oder da ist ein Kratzer drin, bis zum Reifenwechsel, die sind ja oftmals ausgelagert. Also das machen die ja gar nicht mehr. Das heißt, wenn jetzt der wechselt und sagt, okay, gut, ich gehe jetzt auf Elektro, sei es, egal welche Marke, und ich gehe wirklich voll den Weg auf Elektro, dann muss der ja seine ganze Crew umbauen. Und wahrscheinlich auch noch, ich weiß nicht, ob er die Kapazitäten, ob er mehr Showroom machen kann und weniger Werkstatt braucht eventuell.
SPEAKER_01Ja, du sprichst um du sprichst einen wichtigen Faktor an. Also du musst du musst deinen bestehenden Business Case mal challengen, oder? Wie sieht er heute aus? Wie wird er morgen aussehen? Weil wir können lange um den heißen Brei rum reden, es ist einfach Fakt und das ist aus Kundenperspektive halt der Vorteil. Dass diese Fahrzeuge deutlich weniger Wartung benötigen und deutlich weniger Bauteile haben, die natürlich weniger kaputt gehen können. Und das Einzige, wo du einen etwas höheren Umsatz und Absatz machen kannst, sind die Reifen. Weil wenn du diese wunderbare Leistungsempfaltung regelmäßig nutzt, dann brauchst du einfach mehr Reifen. Aber das war es dann schon an Punkten, wo quasi kontrollieren wird.
SPEAKER_00Das ist schon schwierig.
SPEAKER_01Ja, das ist so. Nee, aber das muss man in einer seriösen Analyse einfach mit reinpacken und du sagst, wie sieht es heute aus? Wie profitabel ist der Betrieb mit dem Business Case, wie er heute läuft? Was verändert sich? Wie stark switchst du von Verbrenner zu elektrisch? Das macht es selten. Ich sage immer, im Leben ist alles, was extrem ist, eigentlich selten Sinn. Also es macht wahrscheinlich wenig Sinn, einen Betrieb, der heute 90% Verbrenner verkauft, den von heute auf morgen auf 90% elektrisch zu switchen. Das muss sanft drüber gehen. Aber ja, das geht hin, bis zu entscheiden, brauchst du noch genau diese Leute in der Werkstatt? Brauchst du noch so viele Leute in der Werkstatt? Was wir jetzt bei uns dadurch versuchen abzufedern, dass wir wirklich ein Gebiet einem Händler zuteilen, wo er auch wirklich noch genug Geld verdienen kann, dass wir nicht sagen, okay, wir haben ein Gebiet, wir haben jetzt drei Anfragen auf einem Gebiet von, keine Ahnung, 20 Kilometer Umkreis und wir sagen jetzt jedem Ja, dann haben wir drei Händen und keiner macht aber Business, oder? Weil der Kuchen wird ja im Moment nicht größer. Er wird langsam grösser, weil wir dürfen nie vergessen, wenn wir jetzt die Zahlen ganz grob, her nagelt mich nicht auf das Prozent hin. Ich meine, wenn wir uns die Zahlen im Moment anschauen, sind wir bei rund 25% Marktanteil an neu verkauften Fahrzeugen an BEFS, also rein elektrischen Fahrzeugen, also eigentlich nur ein Viertel von jedem Auto, was verkauft wird, ist einmal elektrisch. Das schmälert dem Kuchen ja schon mal. Und da musst du dir schon bewusst sein.
SPEAKER_00Nur ein Viertel. Wir haben vor ein paar Jahren noch gesagt, hey, es sind 5%.
SPEAKER_02Ja, ja.
SPEAKER_00Nein, aber ich bin voll bei dir, sorry für die Unterbrechung.
SPEAKER_01Nein, nein, nein, nein. Du hast recht. Also es hat sich massiv entwickelt. Das ist so. Und du siehst, die Produkte werden immer besser, die Stammtischgespräche sind verstummt, weil es da nichts mehr zu besprechen gibt. Ich meine, also sowieso, wenn wir in der Schweiz von Ladeinfrastruktur sprechen, ja, vielleicht gibt es noch zwei, drei Hürden im privaten Bereich, was jetzt politisch endlich mal geklärt wurde. Aber sorry, also ich gehöre auch zu der Fraktion, ich kann zu Hause nicht laden. Ich fahre aber seit über zehn Jahren elektrisch. Also das ist keine Hürde, das ist wirklich keine Hürde. Zurück zum Punkt, es ist einfach so, wenn du heute sagst, ich switche zu 100% elektrisch, dann musst du dir überlegen, wie kann ich die heute einfach, der Fakt, dass einfach 75 Prozent von dem, was verkauft wird, Verbrenner ist, wie kann ich das kompensieren. Also entweder was viele auch machen, also wir haben einen Händler, eigentlich einer unserer allerersten Händler, der wird Ende von diesem Jahr rein elektrisch sein. Also der wird nur Elektrofahrzeuge verkaufen. Und der musste sich die Frage auch stellen, also wie positioniere ich mich? Und der wählt den Weg, zu sagen, hey, ich positioniere mich als Elektroguru in der Schweiz. Also wer elektrisch fahren will, irgendwann wird der mich kennenlernen. Über die richtigen Maßnahmen, Social Media etc. Dass du sagst, du kommst eigentlich gar nicht um mich herum, wenn du dich auf irgendeine Art und Weise über Elektromobilität informierst. Ob du letztendlich dann bei ihm kaufst oder nicht, logisch, das ist ein individueller Entscheid. Aber du musst dir grundsätzlich überlegen, mir fällt im Moment heute 75% vom Fahrzeugabsatz weg, wenn ich mich entscheide, 100% auf elektrisch zu switchen.
SPEAKER_00Das ist gerade eine Frage, aber ich habe also mein ehemaliger Händler, bei dem ich noch den letzten Verbrenner damals gekauft habe, der hat mir mal gesagt, weißt du, am Auto selber verdiene ich praktisch nichts. Ich verdiene hinterher am Service. Und der hat dann auch gesagt, ja, diese Service-Pakete, die es da zum Teil gab, dann mit bei dem voll ausgestatteten Modell, irgendwie fünf Jahre, sieben Jahre Service inklusive. Auch da verdient er gar nicht mehr wirklich viel, weil er kriegt dann einfach vom Händler den Minimalpreis, vom Importeur. Und er hat mir wirklich gesagt, für ihn werden die Autos eigentlich erst interessant, wenn sie aus diesem Gratiss-Service-Teil rauskommen und da fängt er an, Geld zu verdienen, weil dann kommen die normalen Reparaturen, der Service, die Wartung. Und am Auto selber hat er gar nicht so viel. Was für mich auch widerspiegelt, so ein bisschen das Dilemma, das heute viele Händler, glaube ich, auch haben, noch die umstellen und sagen: Also mein Business Modell, ich verdiene Geld durch die Werkstatt und verkaufe Auto als Mittel zum Zweck, damit ich hinterher auch Autos in der Werkstatt habe, das bricht eigentlich weg. Also ich muss ja eigentlich viel mehr jetzt Geld verdienen mit dem Autoverkauf.
SPEAKER_01Ja. Ist bei uns auch tatsächlich so. Das ist so. Und das ist, wenn du zuhörst, was dir Händler sagen, wieso sie eine Marke A heute nicht mehr haben. Man denkt immer, Händler verlieren Marken, weil die Importeure das so wollen. Das ist zu einem guten Teil sicher so. Das kann man nicht verneinen. Es gibt aber auch tatsächlich Händler, die genau aus dem Hintergrund, und sie sagen, das kann doch nicht sein, dass ich ein Auto für 30.000 Schweizer Franken verkaufe und letztendlich bleiben ein paar hundert Franken hängen. Das kann es einfach nicht sein. Und deshalb sagen, nee, ich muss wieder eine Marke haben, die profitabel ist, auch beim Fahrzeugverkauf. Und das dürfen wir sagen, das sind wir. Also es soll ja auch dem Händler Spaß machen, das zu verkaufen. Wenn du am Abend nur müde bist vom Auto zu verkaufen und sonst nichts, dann macht das keinen Spaß. Es ist nicht unhöflich, Geld zu verdienen. Das ist das Modell von uns allen. Wenn wir arbeiten gehen, verdient irgendjemand Geld, damit unser Salär bezahlt werden kann. Das ist nicht unanständig, Geld zu verdienen. Das ist klar. Und die Möglichkeit bieten wir natürlich im Wissen, dass ein Teil des Aftersales-Geschäfts natürlich schmäler ist, also nicht nur bei UN und einfach, sobald du über Elektromobilität sprichst. Wir denken, wir haben einen gesunden Kompromiss gefunden, weil wir ja doch noch Verbrennernahe Serviceintervalle haben. Unsere Fahrzeuge gehen jährlich in den Service, dann gibt es verschiedene Stufen. Was von Kundenseite manchmal nicht verstanden wird, vor allem Kunden, die von Tesla kommen, die sagen, ich habe die ersten drei Jahre keine Werkstatt von innen gesehen. Was soll denn das bei Elektrofahrzeugen, wo ich dann immer.
SPEAKER_00Deswegen fallen die beim TÜV auch immer durch. Genau. Weil die erst beim TÜV feststellen, dass da überhaupt irgendwas nicht in Ordnung ist.
SPEAKER_01So, danke für den Querpass, weil das ist das, was ich klar natürlich, ich komme aus der Technik, ich bin natürlich Technikgetrieben und als Techniker siehst du immer die potenziellen Gefahren, die da lauen, aber wo ich wirklich dem Kunden sage, hey, kann das so schlecht sein, dass einmal im Jahr ein Fachmann sich das Auto mal etwas näher anschaut, auf die Bühne nimmt, vielleicht bist du ja mal irgendwo über was rübergefahren, du hast nicht mal gemerkt und da hängt was runter. Wir sprechen ja nicht von tausenden Schweizer Franken pro Service, das ist ein bescheidener Obolus, der aber trotzdem, wenn wir die Waage halten, es ist gut für den Händler, der verdient trotzdem ein bisschen was. Für den Kunden ist es jetzt nicht ein Showstopper, der sagt, hey Freunde, aber nee, also jedes Jahr da Tausende, das geht einfach nicht. Sondern es ist eine gesunde Waage, um das Ökosystem ein bisschen am Leben zu halten. Das macht aber auch Sinn. Es ist aus der technischen Sicht macht es doch einfach Sinn, dass mal einmal im Jahr ein Check gemacht wird, damit, wie du richtig sagst, in der Schweiz, bei der MFK, bei der Motorfahrzeugkontrolle plötzlich die große Krise kommt, weil du denkst, ja, das Auto hatte ja nicht was und plötzlich entzieht dir jemand die Betriebserlaubnis, weil an dem Auto wirklich schwerwiegende Mängel anliegen. Genau.
SPEAKER_00Also da kann ich nur eine Lanze dafür brechen. Auch wenn das Auto neu ist, ich glaube, in der Schweiz haben wir ja, glaube ich, den ersten Service-Intervall, eigentlich erster Service, der erste MFK-Intervall ist, glaube ich, nach fünf Jahren. Nee. Also der wurde ja verlängert.
SPEAKER_01Der ist sogar später. Das allererste Mal ist es, wow, jetzt ein gefährliches Halbwissen. Nee, aber es sind, glaube ich, sieben Jahre, weil nacherst im Verkehr setzen sie.
SPEAKER_00Sieben oder fünf Jahre im Kopf. Das Wiederkehrende dann, ja.
SPEAKER_01Es wird dann immer kürzer.
SPEAKER_00Ja, ja, wobei, wenn sie Zeit haben und sonst.
SPEAKER_01Ja, ja. Das ist die Theorie. Das stimmt, ja.
SPEAKER_00Genau. Also, aber man muss schon berücksichtigen. Also ich meine, das ist ein zwei Tonnen gefährt und die meisten sind irgendwo um die zwei Tonnen, mit denen ich mit, in der Schweiz mit 120, vielleicht knapp drüber, aber im Ausland auch deutlich schneller, mit der gesamten Familie mal über die Autobahn brettere. Und da möchte ich schon gern wissen, dass das Zeug da alles in Ordnung ist und dass da den Bordstein, den ich mal erwischt habe oder das Schlagloch, das ich erwischt habe, halt nicht irgendwas kaputt gemacht habe. Also das lohnt sich da durchaus mal einen Service zu machen. Und also für die Tesla-Fahrer, die jetzt sagen, aber ich will da nicht hin, beispielsweise beim TZS, ohne da jetzt Werbung zu machen, ich war da beim Prä-MFK-Check. Also ich habe da für 120 Franken, haben die einfach mal das Auto durchgecheckt und mal die Tests gemacht, die die MFK nachher macht und haben mir dann nachher gesagt, okay, hier und da, das solltest du dir mal anschauen. Und das lohnt sich total. Also entweder beim Händler, das bringt auch Wertschöpfung, sind wir ehrlich. Wir sind auch froh, wenn es die Werkstätten gibt, weil eben, wenn wir sie nicht irgendwo euch Arbeit geben, dann gibt es halt auch weniger. Dann fahre ich dann halt nachher zwei oder drei Stunden, um irgendwo hinzukommen. Also es hängt ja alles zusammen und schenken tut und niemand. Deswegen, also macht das. Sieben Jahre einfach rumfahren ohne einen Check, finde ich sehr fahrmäßig.
SPEAKER_01Nee, nee, das ist immer, also die Diskussion führe ich gerne, weil da habe ich, glaube ich, wirklich als Techniker genug Argumente zu sagen, hey, das macht einfach Sinn und nochmal, wir sprechen nicht von Services, wie wir das vielleicht noch aus der Verbrennerwelt kennen, wo du Öl wechseln musst und schnell mal, je nach Fahrzeug schnell mal 500, 700 Schweizer Franken kosten kann, da sind wir weit davon entfernt.
SPEAKER_00Ich war schnell bei über 1000 Franken beim Service. Also da hast du das noch nicht mit einem Termin gemacht und das war schon vierstellig.
SPEAKER_01Ja, ja, das sind dann meistens größere Services, aber ich sage es nur, den Basisservice, ja, man unterschätzt es absolut, ja. Genau.
SPEAKER_00Du, wir haben jetzt da gerade so ein bisschen den Break. Ich habe gerade auf meine Uhr gelinst, also kommen auch langsam Richtung der Stunde, die wir so mal anvisiert haben. Ich glaube, wenn ich so etwas mitnehme aus dem heutigen Gespräch, ist es einerseits, eine Marke zu etablieren, es braucht ein bisschen das Startup-Feeling. Es braucht ein bisschen das Start-up, nicht nur Feeling, sondern auch das Durchhaltevermögen. Und ich habe das jetzt gerade zufällig bei ein paar Startups auch gehabt, wo, wie gesagt, wir sind jetzt gerade an dem Punkt, eigentlich überlegt man sich, will ich das überhaupt noch? Und da muss man einfach weitermachen wollen, dranbleiben wollen. Da drücke ich euch also ganz fest auf die Daumen, dass das weiterhin funktioniert. Ich mache mir da wenig Sorgen jetzt nach dem Gespräch. Dann geht das Auto durchchecken, ganz ehrlich, das ist so sinnvoll. Und wenn nichts ist, dann kriegt ihr es je nachdem wenigstens mal noch geputzt und da wird mal wieder ein bisschen mit Lederpflege drüber gearbeitet. Also macht das. Und ja, wir sind nur bei 25% elektrisch momentan, aber das wird sich die nächste Zeit noch massiv ändern. Und mir hat es ganz viel Spaß gemacht, dass du auch gesagt hast, die Stammtischgespräche, die sind rum. Wir hätten da schon nochmal locker eine Stunde zu diskutieren. Allein schon zehn Jahre elektrisch ohne Ladestation. Da könntest du wahrscheinlich auch schon genug erzählen. Machen wir ein anderes Mal. Massimo, ganz herzlichen Dank, dass du da warst heute. Und für alle, die mehr wissen wollen, geht doch mal auf dämobilist.show. Da findet ihr dann in den Shownotes, in den Beiträgen noch ein bisschen mehr. Da könnt ihr auch gerne im Forum Fragen stellen. Ist mir bewusst, das Forum ist noch nicht so lebendig. Trotzdem ist es da, ihr dürft es benutzen. Ihr dürft euch da gratis registrieren, ihr dürft aber auch mal einen virtuellen Kaffee mehr spendieren, wenn ihr das möchtet. Aber das ist vollkommen euch überlassen. Das hat mir vor kurzem einer gesagt: Ja, du musst dich nicht immer so zurückhalten, muss den Leuten sagen, bezahlt mir was, sonst gibt es den Podcast nicht mehr. Ne, den gibt es weiterhin, also kein Thema. Ihr dürft, aber ihr müsst nicht. Danke an alle, die es übrigens gemacht haben. Also es ist höchst willkommen, aber ihr seid überhaupt nicht verpflichtet. Massimo, nochmal ganz herzlichen Dank fürs Dabeisein heute. Ganz viel Erfolg wünsche ich euch. Ich werde dann sicherlich mal vorbeikommen, wenn mein Neunjähriger Tesla vielleicht mal elfjährig wird oder so und dann mein neues Auto fällig wird, dann setze ich mich gerne auch mal bei euch rein. Und vielleicht auch vorher mal, einfach um da mal die Erfahrung zu sammeln.
SPEAKER_01Ja, sicher. Ich kann den Dank nur werden. Vielen Dank für die Möglichkeit, auch allen Zuhörern, die jetzt mitgehört haben. Und ja, herzlich willkommen, Volker. Komm vorbei, auch wenn es nur für ein Kaffee ist, ein bisschen X-Peng-Luft schnuppern. Herzlich willkommen.
SPEAKER_00Machen wir. Danke vielmals und allen anderen bis nächsten Donnerstag. Tschüss zusammen.
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